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Anlehnung an die jonischen Historiker Xanthos und Kjtesias stattgefunden hat;

— zu 2): manche mittelalterliche Chroniken, s. in den Ausgaben der MQh;

— zu 4): heidnische Reminiszenzen und Überreste in der fruhmittelalterlichen Hagiographie, s. Delehaye, Les légendes hagiogr. 168 sqq; — zu 5): so nach Gutschmid (S. 14) der römische Historiker Pompeius Troius inseinem Werke De animalibus (nach Aristoteles) und in seinen Historiae Philippicae (nach Timagenes); — zu 6): die aufdringliche Erwahnung der Stadt Kyme (in Kleinasien) bei griechischen Historikern ist ein Zeichen, daB eine Entlehnung aus dem Geschichtschreiber Ephoros (4. Jahrh. v. Chr.), der bei jeder Gelegenhëit seine Vaterstadt erwahnt, stattgefunden hat.

278. 2. Haben wir über die Tatsache der Verwandtschaft zweier oder verschiedener Quellen zu bef inden, so gelten folgende Regeln:

1) Liegt eine Übereinstimmung des Inhaltes und Form klar vor, so ist an eine Verwandtschaft der Quellen nicht zu zweifeln.

Die inhaltliche Übereinstimmung erkennen wir aus verschiedenen Kriterien: In den Berichten finden sich dieselben Tatsachen, es findet sich eine Übereinstimmung in Zutaten, Digressionen, störenden Fugen; die Quellen weisen dieselbe Auffassung, dieselben Tendenzen (politische, religiöse usw), für gewisse Handlungen dieselben Motive auf. Die Übereinstimmung der Form tritt in Sprache, Stil, Disposition und dergleichen hervor, so z. B. bei Einhardt im Leben Kfirls des Grofien der AnschluB an Sueton (bes. Augustus).

Bezüglich der Übereinstimmung der Form ist aber zu beachten, daB bei Berichten die chronologische Reihenfolge deshalb nicht als Kriterium gelten darf, weil diese Folge in der Natur der Berichte selbst begründet ist. Desgleichen kommt der Übereinstimmung von formelhaften Wendungen nur dann Beweiskraft zu, wenn die berichteten Tatsachen einen gröfiern Ereigniskomplex darstellen oder einem gröBern Zeitraum angehören oder von Autoren bezeugt werden, deren geistiger Standpunkt nicht derselbe ist; treffen diese Bedingungen nicht zu, so kann die Ubereinstimmung eben eine zufallige sein (vgl unten n. 280).

279. 2) Liegt inhaltliche Übereinstimmung, aber verschiedene Form vor, so steht eb en f al Is die Verwandtschaft der Quellen sicher fest.

Die Gründe für die Verschiedenheit der Form liegen a) in der Individualitat des Urhebers. Je ausgepragter ein Autor in seinem Denken und Fühlen ist, desto gröBer ist sein Bedürfnis, das Berichtete selbstandig umzugestalten.

b) indem verschiedenen literarischen Gebrauch der Zeiten. Heute werden die Bezugsquellen gewöhnlich genannt und es findet eine weniger enge Entiehnung als in früheren Perioden statt.

c) in der Literaturgattung der Vorlage. Ist diese Gattung eine andere als die der abgeleiteten Quelle, so ist die Verschiedenheit der Form von selbst gegeben. So unterscheiden sich prosaische Berichte von poetischen, rein annalistische von kunstvoll darstellenden usw. Viele Beispiele für frühchristliche und mittelalterliche Autoren s. z. B. in den Quellennachweisen des CSEL, der MQh und anderer moderner Ausgaben.

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