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Zweifel habe. Ich war nie ein Nazi — Dir muB ich das nicht erst lang und breit versichern —, und ich werde nie einer werden. Ich trete nicht in die Partei ein, habe nur keine Angst — ich denke gar nicht daran. Ich mache hübsch brav meine Examina zu Ende, und dann tue ich was Vernünftiges.

Ich bin kein Nazi, und ich gebe auch zu, daB hier viel HaBliches geschehen ist, wahrend der letzten Monate — alle besseren Menschen sind sich darüber einig, und wir alle glauben, daB dies am Anfang einer groBen Umwalzung vielleicht unvermeidlich war, aber bald ganz anders werden muB. Keinesfalls hat es Sinn zu leugnen, daB eine groBe Umwalzung im Gange ist; daB ein nationales Erwachen sich in Deutschland vollzieht. Überall ist echte Begeisterung zu spüren. Aus der könnte allmahlich etwas Schönes, Fruchtbares, Positives wachsen, etwas, was dann auch Europa zugute kame, und dem Frieden.

Du findest sicher, ich bin zu optimistisch. Vielleicht bin ich es. Vielleicht kommt alles ganz anders, nicht so gut. Aber sogar wenn schwere Jahre für Deutschland kommen, will ich hier bleiben. Wenn der Führer seine begeisterten, idealistischen Anhanger enttauschen sollte —- vor allem: wenn er die Jugend enttauscht —■, dann wird in Deutschland eine Opposition entstehen, und dann ist eben von dieser Opposition alles zu hoffen . . . Ich würde, wenn es sein muB, bei den Oppositionellen sein, wie ich heute bei den Loyalen bin. Das kommt mir tapferer und vernünftiger vor, als ins Ausland zu gehen. Verzeih das harte Wort, Karl: aber es hat doch etwas von Fahnenflucht.

Mein Vater, mit dem ich gestern lang über diese Dinge sprach, gibt mir recht. Du kennst ja den alten Herrn — er ist der preuBische Offizier, wie er im

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