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Tranen, Schreien und wilden Worten. Manchmal trennten sie sich; aber niemals langer als für einige Wochen. Es war immer Kikjou, der abreiste: zu den Verwandten, nach Belgien oder Lausanne, oder mit einer alteren Dame, die ihm nachstellte, nach London, oder mit einem jungen Amerikaner nach Biarritz. Martin blieb — und eines Tages trat auch Kikjou wieder ein, das lieblich-bleiche Affen-Gesichtchen starr vor Zartlichkeit, Hysterie und einer Freude des Wiedersehens, in die sich Verzweiflung mischte: „Me voila, da bin ich wieder, alles kann von vorne anfangen — wir kommen voneinander nicht los."

Und alles fing wieder von vorne an. Ewig wiederholten sich Martins Vorwürfe: ,,Du betrügst mich! Wie eine kleine Hure bist du, im Gesicht und am ganzen Körper, auch deine Frömmigkeit ist nur eine besonders unappetitliche Form deiner maBlosen Geilheit." Darauf Kikjou: „Du bist es, der mich taglich und stündlich betrügt — mit dem Gift, mit dem Teufelszeug!" — Und Martin, nicht ohne Hohn: „Du nimmst es ja selber! Heuchler du! Du kannst ja selbst gar nicht mehr auskommen ohne deine chose infernale!" — Kikjou: „Spotte auch noch! Triumphiere auch noch! Du hast mich zum Morphinisten gemacht!"

Er hatte nicht widerstehen können. Die Zeiten, da er mit einer etwas grausamen Neugierde Martins Exzesse beobachtet hatte, waren dahin. DieFremdheit, in die ihm Martin entglitt, wenn die Droge sein Gesicht und seinen Bliek veranderte, hatte anfangs für Kikjou einen Reiz bedeutet. SchlieBlich wurde es unertraglich. Zwei Menschen, von denen der eine intoxikiert ist, der andere nicht, können auf die Dauer nicht zusammen sein. Sie leben in verschiedenen Weiten: Kikjou begriff dies bald. Eines Nachts verlangte er danach, la chose infernale zu

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