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steilten dergleichen in Aussieht; nicht aber Kikjou. Nur daB er beten würde, versprach er. — ,,Und sei wieder gut zu Martin!" bat Marcel, ehe er ging. „Er braucht dich. Er ist sehr traurig." — Kikjou darauf, das perlmutterne Affengesichtchen unbewegt: „Er braucht mich nicht, obwohl er traurig scheint. Er hat sich anders entschieden. Nun mu!3 er seinen Weg allein zu Ende gehen." — Marcel dachte plötzlich an die blutgetrankten Lappen und Wattebausche neben Martins Bett.,Auch er verströmt sein Blut — auch er. Sinnlos flieBt es hinjeineverschwendete Kostbarkeit; das vergeudete Opfer. . —

Nun gab es nicht viel mehr zu tun, und die Nacht war schon fast zu Ende. Ihren Rest verbrachte Marcel in seiner Wohnung mit dem Ordnen von Papieren und Bildern. Gegen sieben Uhr holte Marion ihn ab.

Von seiner Mutter, Madame Poiret, hatte er nicht Abschied genommen.

,Es wird nie mehr ganz gut mit mir werden,' glaubte Tilly. ,Der mörderische Doktor und seine Geliebte haben mich mit ihren unsauberen Instrumenten verdorben. Ich bin ganz kaputt. Richtig verpatzt haben sie mich — das kommt nie mehr in Ordnung. Es tut scheuBlich weh

Die Schmerzen im Unterleib wurden beim Gehen am schlimmsten; aber auch beim Sitzen an der Schreibmaschine waren sie oft von solcher Heftigkeit, daB Tilly aufstöhnen muBte. Herr Ottinger, obwohl etwas schwerhörig, vernahm leise Laute, die ihm beunruhigend schienen. „Was ist Ihnen, liebes Kind ?" fragte er, das sanfte, bartige Gesicht zartlich zum Manuskript der „Lebensbeichte eines Eidgenossen" geneigt. Tilly konnte sich zusammennehmen. „Gar nichts," konnte sie sagen. „Wirklich — ich habe nur ein biBchen Kopfweh, Herr Ottinger." — „So so,"

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