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blieben um so mehr ohne erfolg, als man zur gleichen Zeit an Frau von Moltke mit Vorstellungen herantrat, denen sie sich nicht entziehen konnte.

Warum diese Befürchtungen ? Diese Memoiren stnd durchaus nicht eine Anklage gegen die kaiserhche Regierung. Es geht aber aus ihnen hervor, was vielleicht schlimmer ist, dass sich die Rekhsregierung im Zustande vollkommener Verwirrung und unter einer unbegreifhch leichtsirmigen und ignoranten Führung bef and. Man kann auf die verantworthchen Persönhchkeiten den Satz anwenden, welchen ich in meinem Vorwort niedergeschrieben habe: „Nicht was sie getan haben, nat zur Herbeiführung des Unheils beigetragen, sondern das ganze Wesen ihrer Persönhchkeiten.

Ich kann hinzufügen, dass es in den eigentümhchen Verhal tnissen lag, welche bewirkten, dass zuletzt die Wucht der entscheidenden Entschhessungen auf einem einzigen Mann, dem Generalstabschef lasteren, welcher sich dadurch gezwungen sah, seine militarische Pfh'cht zu tun, weil die Politik auf dem Nullpunkt angekommen war. Ich habe niemals vor dem Rücktritt Moltkes mit ihm fiber pohtische oder müitarische F ragen gesprochen. Erst spater, als er schwer erkrankt war, sprach er sich natürhcherweise mir gegenüber off en fiber alle diese Angelegenheiten aus, und ich will Ihnen, da Sie dieses interessieren wird, sagen, was er mir selbst erzahlte und was auch aus seinen unveröffentlichten Memoiren ersichthch ist.

Ende Juni 1914 begab sich Moltke, der seit 1905 Generalstabschef war, aus Gesundheitsrücksichten nach Karfcbari. Er hat bis zu seinem Tode nichts gewusst von einer Potsdamer Beratung vom 5. oder 6. Jufi. Er war erst nach dem Ultimatum an Serbien gesimd nach Berlin zurückgekehrt. Seit seiner Rückkehr hatte er, wie er sagte, die feste Uberzeugung, dass Russland angreifen weide. Er sah die tragische Entwickelung deuthch voraus, welche die Dinge annehmen mussten, das heisst, er glaubte an die Teilnahme Frankreichs und Englands an dem Weltkonflikt. Er schrieb ffir den Kaiser ein Memorandum, das auf die Notwendigkeit zu treffender Massnahmen hinwies. Der Plan des deutschen Generalstabes war im wesenthchen seit langer. Zeit festgelegt. Er war durch den Vorganger Moltkes, von Schlieffen, aufgestellt worden. Sie kennen seine Grundzüge: Grosse M assen sollten gegen Frankreich geworfen werden, um mit j edem Prets eine rasche Entscheidung im Westen zu erzielen. Gegen Russland war eine schwache Verteidigungsarmee vorgesehen, die nach der Entscheidung auf dem

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