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Andrerseits ist das Vorkommen der zungenförmigen Fortsatze an den Quergefassen des Kiemensacks wohl unabhangig von der Grosse der Tiere. Es würde hierbei also ein analoger Fall vorliegen wie bei Polyclinum und Glossophorum, welche letztere Gattung von Lahille bloss auf das Vorkommen dieser Fortsatze hin von Polyclinum abgetrennt wurde. Nun ist aber nach den Untersuchungen Hartmeyer's ') das Verhalten dieser beiden Gattungen ein anderes, als wir bisher meinten, da- der Typus der Gattung Polyclinum (Polyclinum saturnium Sav.) auch die Fortsatze an den Quergefassen besitzt und also jedenfalls die Gattung „Glossophorum"' Lahille einzuzieben ist. Hartmeyer hat diese Fortsatze dann auch bei mehreren anderen, als Polyclinum beschriebenen, Arten, gefunden und formuliert eine scharfere Diagnose dieser Gattung, wobei auch das Vorkommen dieser Fortsatze darin aufgenommen wird. Ob hiermit das Richtige getroffen ist, will ich vorlauflg dahingestellt sein lassen, nur möchte ich bemerken, dass die meisten von mir beschriebenen Polyclinum-Arten durch den glattwandigen Magen, so wie durch die gedrehte Schlinge des Darmes sich der neuen Fassung der Gattung Polyclinum gen au unterordnen, allein fehlen die Fortsatze an den Quergefassen. Nun tut sich hier bei unserem Polycitor giganteus ein analoger Fall vor, da die Tiere ihrem ganzen anatomischen Bau nach zu Polycitor zu rechnen sind, nur dass die Quergefasse mit den zungenförmigen Papillen besetzt sind. Anfangs war ich geneigt desshalb die Form in einern neuen Subgenus, z. B. „Parapolycitor" unter zu bringen, aber weil eben auch bei Polyclinum dasselbe vorkommt, scheint es mir unstatthaft zu viel Gewicht auf das Vorkommen dieser Papillen zu liegen. Vielleicht ist auch Hartmeyer geneigt nach diesem Befund bei Polycitor seine Diagnose für Polyclinum daraufhin zu modifizieren.

Sycozoa (Colella) umbellata Michlsn.

Michaelsen. Tunicaten der Hamburger Magalhaensischen Sammelreise. Hamburg 1907.

Von dieser Art besitzt das Museum 10 grössere und mehrere kleine Koloniën, welche von dem der Wissenschaft leider zu früh entfallenen Dr, H. Kruimel in Punta Arenas gesammelt wurden. Alle Exemplare sind auf einer Algen-Art (Nitophyllum) fest gewachsjEm. Die Stiele, womit sie an die Algen befestigt sind, werden bis 6 cm lang, die Köpfchen bis 2 cm lang und 1.5 cm breit. Niemals fand ich verastelte Stiele, wie bei den Exemplaren von Michaelsen; immer trug ein Stiel nur ein einziges Köpfchen. Der Stiel ist am dicksten, namlich bis 4 mm, etwas unterhalb des Köpfchens um sich dann nach dem Köpfchen zu etwas zu verjüngen, viel betrachtlicher aber nach der Basis zu, wo er auf Nitophyllum befestigt ist, 'und wo die grössten Stiele nur noch 1 mm im Diameter besitzen. Die Stiele sind ziemlich hart und sehr zahe. Nach der Vermutung Michaelsens, würden die Stöcke also einjahrige Koloniën sein, welche in der Winterzeit zu Grunde gehen, wahrend der Stiel überwintert um in der neuen Vegetationsperiode am oberen Ende neue Sprossen zu treiben. Michaelsen hat die kleinen, sprossenden Formen als „forma nov. Kophameli" aufgeführt. Die Gestalt der Köpfchen und die Grosse der Einzelpersonen ist etwas verschieden. Nun finde ich diese Grösse-Verhaltnisse ganz so bei meinen kleinen Koloniën, wo auch die Einzeltiere nur Iy3 mm lang sind und ich sehe denn auch keinen Grand die „forma Kophameli" nicht als einfache junge sprossende Koloniën der „forma typica" anzusehen. Der Bau der Personen kommt genau mit Michaelsen's Beschreibung überein, so auch die Anordnung des eigentümlichen weissen Pigments, welches dem ganzen Köpfchen die charakteristlsche Zeichnung verleiht. Michaelsen fand alle Koloniën treibend an der Meeresoberflache, und vermutet, dass sie vom Felsen losgerissen waren. Alle von Kruimel gesammelten Exemplaren sind auf Nitophyllum festgewachsen, wodurch es sich besser erklaren lasst, dass sie auch mitunter ganz frei schwimmend gefunden werden, nachdem die Alge abgerissen oder verwest ist.

1) Hartmeyer, R. Über einige" Ascidien aus dem Golf von Suez. Sitzungsber. der Ges. naturf. Freunde. Berlin 1915, N°. 9.

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