Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

Tracheenlungen umgeandert wurden, wie die Skorpioniden zeigen, um schliesslich zu Spinnwarzen zu werden (vergl. auch Purcell, 1909, p. 90—91)!

Eine andere wesentliche Schwierigkeit welche sich aus der Ableitung dèr Atmungsorgane der Arachniden aus Kiemen ergibt, ist, dass man eine wiederholte, unabhangige Entstehung der Tracheen bei den Arachniden annehmen muss. Eine einmalige Entstehung von Tracheen aus Lungen, womit Lankester wohl glaubte auskommen zu können, ware ja denkbar, doch wird dieser Vorgang um so unwahrscheinlicher, je öfter er angenommen werden muss. Und es muss eine wiederholte Entstehung von Tracheen angenommen werden, sobald man sich der Limulus-Theorie von Lankester anschliesst und dementsprechend für die Stammformen der Arachniden aus Kiemen hervorgegangenen Tracheenlungen als Atmungsorgane annimmt. Pocock (1893, p. 17) und Laurie (1897, p. 46- 47) haben dies schon betont. Börner hat (1904, p. 156) einen Stammbaum der Arachniden gegeben, wobei die tracheaten Ordnungen nahezu alle selbstandig aus pulmonaten Formen hervorsprossen, sodass eine fünfmalige unabhangige Entstehung von Tracheen bei den Arachniden mit diesem Stammbaum e verknüpft ist. Die ünwahrscheinlichkeit dieses Vorganges wird auch. dann nicht geringer, wenn man bei den gemeinsamen Ahnen (die Stammformen der Pedipalpi) mit Börner eine „Tendenz" zur Bildung von Tracheen annimmt, wo doch diese „Tendenz" im Bau der Tracheenlungen dieser Ahnen noch nicht zum Ausdruck gekommen sein konnte. Jeder Ver3uch, die bekannten Arachnidenformen von einer pulmonaten Stammform abzuleiten, zeigt uns gleich, dass dann die tracheaten Arachniden nicht monophyletisch entstanden sein können. [Man vergleiche auch die Stammbaume von Lankester, 1881, p. 649, p. 649, und Carpenter, 1903, tab. 6, und die Arbeit von Purcell, 1910).

Auf noch eine weitere Schwierigkeit sei kurz hingewiesen. Die Araneae zeigen uns, dass rracheen an Stelle von Tracheenlungen auftreten und so kann man mit den Anhangern der Limulus-Theorie die Entstehung von Tracheen am Abdomen annehmen. JSTun treten aber bei len Arachniden auch Tracheen auf, deren Stigmata am Cephalothorax liegen, so bei den Solifugen und Acariden. Mit der Annahme einer Verlagerung der Tracheen mit ihrem Stignata vom Abdomen auf den Cephalothorax, die ja an sich denkbar ist, kommt man schwerich aus, besonders nicht bei den Cryptostigmata unter den Acariden. Diese besitzen, soweit iie nicht tracheenlos sind, vier Paare von Stigmata die an den Insertionsstellen (acetabula) Ier vier Beinpaare liegen (Oudemans, 1906; Reuter, 1909, p. 58 ff). Soll man hier annehmen, lass 4 Paare von Tracheen mit ihren Stigmata in der Weise vom Abdomen nach vorne verchoben seien, dass sie regelmassig ihre Reihenfolge und Entfernung bewahrten und schliesslich -n den Hüften der 4 Beinpaare zu liegen kamen? Reuter sagt (1909, p. 72) hierüber ganz utreffend, diese Erklarung würde bedeuten „dass Gebilde die ursprüngliche auf innigste Weise an vier opisthosomale („abdominale") Extremifatenpaaren gebunden waren, in nahe Beziehung zu ebensovielen prosomalen („cephalothoracalen") Extremitaten getreten seien." So fiüssen wir annehmen, dass es neben den aus Tracheenlungen hervorgegangenen Tracheen m Abdomen, bei den Arachniden, jedenfalls bei den Acariden, auch noch Tracheen am CephaDthorax gebe, die anderer Herkunft seien.

Es geht hieraus klar hervor, dass die Limulus-Theorie uns in Bezug auf die Atmungsrgane zur Aufstellung von durchaus unwahrscheinlichen Hilfshypothesen und Homologisieungen zwingt. Hier liegen wesentliche Schwierigkeiten vor, die sich nicht beseitigen lassen.

Bei den Theorien von Lankester, Mac Leod und Kingsley handelt es sich um eine irekte Ableitung der Tracheenlungen von den Kiemen von Limulus. A priori kann aber bei inem solchen phylogenetischen Probleme auch an eine Ableitung beider Typen von Atmungsrganen von einem driften, einfacheren Ausgangszustand gedacht werden. Hierauf hat Hey-

ïons hingewiesen (1905, p. 434); er ist geneigt „ die Cheliceraten (Limulus und die

Arachniden) auf gemeinsame an feuchten Orten lebende Vorfahren (Ufertiere) zurückzuführen, bei denen die heutzutage allerdings sehr auffallende Differenzierung der Atmungsorgane fioch nicht so stark ausgepragt war. In analoger Weise pflegen noch jetzt bei den recenten liederen Insekten und niederen Myriapoden, die nur an feuchten Orten vorkommen, die

Sluiten