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riden. Es liegt auch nichts Befremdendes darin, dass das Bildungsmaterial der rudimentaren abdominalen Gliedmassen bei der Bildung der in ihrer unmittelbarsten Nahe entstehenden Tracheenlungen herangezogen wird.

Besonders wichtig ist es, dass die sehr verwickelten Hilfshypothesen, welche die Lankerster'sche Limulus-Theorie in Bezug auf die Herkunft des Tracheensystems aufstellen muss (vergleiche oben) umgangen werden. Die Lankester'sche Theorie geht von den Kiemen der Merostomen als die ursprünglichen Atmungsorgane aus; daraus sind die Tracheenlungen hervorgegangen, als die ersten Atmungsorgane der Arachniden und spater mussen sich dann bei den Arachniden die Tracheen entwickelt haben und zwar polyphyletisch und in verschiedener Weise, wie oben dargelegt. Leitet man aber, wie wir es oben ausgeführt haben, die Kiemen» von Tracheenlungen ab, dann ist man auch nicht mehr gezwungen in den Tracheenlungen die ursprünglichsten Atmungsorgane der Arachniden zu erblicken.

Vielmehr können dann die Tracheen die altesten Atmungsorgane der Arachniden gewesen sein, aus denen sich die Tracheenlungen erst entwickelten. — Damit fallt jede Veranlassung einen polyphyletischen Ursprung der Traeheen bei den Arachniden anzunehmen, fort. Eine verhal tnissmassig einfache Ableitung der so verschiedenen Zustande der Atmungsorgane der Arachniden aus einem sehr ursprünglich gebauten Tracheensystem kann angenommen werden.

Die Auffassung, dass die Kiemen der Merostomen aus den Tracheenlungen der Arachniden hervorgegangen sind, ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil sie besagt, dass die Merostomen von landbewohnenden Tieren abstammen. Das heisst, diese Auffassung zwingt uns die Merostomen von landbewohnenden Arachniden, die in ihrem Baue den jetzigen Scorpioniden sehr nahe gestanden haben müssen, abzuleiten. Sie dreht die ganze Lankester'sche LimulusTheorie um.

Diese Konsequenz der oben skizierten Ableitung der Atmungsorgane der Merostomen kann hier nicht weiter ausgeführt werden. Es sei dazu verwiesen auf eine Arbeit über das Limulus-Problem von Professor Dr. R. Demoll und mir, worin dieser ganze Pragenkomplex eingehend behandelt wird, und welche Arbeit hoffentlich in nicht all zu langer Zeit in Spengel's Ergebnissen der Zoölogie wird erscheinen können. Darin ist auch die Literatur eingehend behandelt worden; im besonderen ist darin auch der Arbeiten der vereinzelten Autoren gedacht, die eine Abstammung der Merostomen von Arachniden vertreten haben (Simroth 1891; Jaworowski 1894; Bütschli 1904; p. 179; Montgomery 1909, A. Halier 1912).

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