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Die Amphibienfauna von Neu-Guinea

VON

P. N. van KAMPEN.

Unsere Kenntnis der Fauna von Neu-Guinea, welche langere Zeit aussehliesslich auf die Küstengegenden beschrankt geblieben war, hat infolge der zahlreichen Forschungsreisen der letzteh Dezennien in dem Masse zugenommen, dass man jetzt wohl annehmen darf, dass sie uns, wenigstens was die Vertebraten anbelangt, der Hauptsache nach bekannt ist.

Als ein Beispiel der schnellen Vermehrung dieser Kenntnis sind die Amphibien zu nennen. Noch im Jahre 1882 waren, wie aus Boulenger's Katalog des „British Museum" hervorgeht, nur 17 Arten dieser Klasse von Neu-Guinea bekannt; aus der unten folgenden Aufzahlung ist ersichtlich, dass diese Zahl zurzeit um mehr als das vierfache zugenommen hat. Besonders die Durchforschung des zentralen Gebirges hat dazu beigetragen.

Bei der ziemlich zerstreuten Literatur wird es seinen Nützen haben, eine kritische Übersicht der jetzt von Neu-Guinea bekannten Amphibien zu geben und einige zoogeographische Betrachtungen damit zu verknüpfen. Es freut mich diese kleine Zusammenfassung Herrn Dr. Kerbert widmen zu können, dém Director der Zoologischen Gesellschaft „Natura Artis Magistra", welche sich durch ihre zoologische Sammlungen und durch Unterstützung von wissenschaftlichen Reisen grosse Verdienste um die faunistische Untersuchung des Indischen Archipels erworben hat.

Die Amphibien von Neu-Guinea gehören zu den Familien der Pelobatidae, Hylidae, Cystignathidae, Ranidae und Engystomatidae, von welchen die zweite und fünfte bei weitem am zahlreichsten vertreten sind. Auf einigen der benachbarten kleineren Insein des papuanischen Gebietes leben ausserdem die einzigen Vertreter der Familien, oder vielleicht besser Subfamilien der Ceratobatrachidae (Ceratobatrachus Guentheri Blgr. auf den Salomo-Inseln) und Genyophrynidae (Genyophryne Thomsoni Blgr. auf der Südost-Insel).

Von den Pelobatidae erwahnt Boulenger im „Catalogue of the British Museum" 3 Arten (von welchen eine unsichere) von Neu-Guinea. Es hat sich aber herausgestellt, dass zwei derselben nicht zu den Pelobatidae gehören (s. unten), die dritte aber, Batrachopsis (Lechriodus) melanopyga Dor., welche auch von den Aru-Inseln nachgewiesen. ist, muss zu dieser Familie gerechnet werden. Zwar ist sie, die einzige ihres Genus, wie Fry'). hervorhebt, einigen Australischen Cystignathidae sehr ahnlich, die stark erweiterten Sacralfortsatze gestatten aber nicht sie bei dieser Familie einzuteilen, wenn auch zoogeographisch das Vorkommen einer Pelobatide auf Neu-Guinea, einer Familie, welche sonst auf die holarktische und die indische Region beschrankt ist und in Celebes und den Molukken fehlt, schwer zu erklaren ist.

Die der Hauptsache nach Südamerikanisch-Australischen, im westlichen Teile des Indischen Archipels fehlenden Hylidae sind auf Neu-Guinea, welches innen durch seinen Reichtum an Waldern ein günstiges Milieu bietet, in zahlreichen Arten anzutreffen. Sie gehören

•1) Proo. R. Soc. Queensland, XXVII, 1915, p. 73.

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