Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

Scincidae kennzeichnet eine zum Teil recht betrachtliche lateral warts gehende Verbreiterung mit lateraier Verdünnung des vorderen Abschnittes; andererseits zeigen die Anguidae und Heloderma eine massige Verbreiterung des hinteren Bereiches. Weitere Differenzierungen anderer Art, die sich indessen nicht in Kürze wiedergeben lassen, sind bei verschiedenen Familien in mannigfacher Weise zu beobachten. Der Scheitelpunkt des Cornu hyale ragt bei den ausgewachsenen Tieren unter Ausbildung des rechten oder spitzen Winkels in der Regel mehr oder minder weit rostralwarts über die beiden Schenkel vor. Die von Kallius (01) des Genaueren geschilderte Ontogenese zeigt, dass das hyale Horn in frühen Stadiën von Anfang an einen lateralen Verlauf ohne winkelig hervortretenden Scheitelpunkt darbietet und dass erst bei der weiteren Entwickelung die im Winkel sich tredenden Schenkel zur Unterscheidung kommen. Sphenodon mit seinem lateralwarts gerichteten ventralen Schenkel offenbart auch darin ein relativ primitives Geprage. Die Ausbildung geht Hand in Hand mit der Verlangerung der beiden Schenkel und der Behinderung einer sonstigen seitlichen Ausdehnung derselben, ein Vorgang, der auch bei den Anuren Analogien zeigt, in dem Causalnexus seiner ei^entlichen Genese und Correlation aber noch nicht genügend aufgeklart ist. Bei einzelnen Lacertiliern tinden sich Combinationen rein lateralen bis lateral-caudal gehenden Verlaufes mit unter gestrecktem Winkel, d.i. in gerader Linie sich treffenden beiden Schenkeln (Coleonyx, Draco, Phrynosoma), die etwas an embryonale Verhaltnisse erinnern, aber nur als secundare Differenzierungen aus dem bei den Meisten vorkommenden Verhalten zu erklaren sind. Auch der Scheitelpunkt, der bei der Mehrzahl der Familien als einfacher Übergang des ventralen in den dorsalen Schenkel auftritt, kann besondere Gestaltungen in Form mannigfacher Vorragungen darbieten, so namentlich bei den Geckonidae und Eublepharidae, und in anderer Weise bei Uromastix ornatus, Xenosaurus, den Anguidae, Varanus und insbesondere den Teiidae. Ihre besondere systematische Stellung bekunclen die Varanidae auch darin, dass bei ihnen am Scheitelpunkte die beiden Schenkel völlig von einander getrennt bezw. in eine ventrale und dorsale Lage gespalten sind, wobei der dorsale Schenkel an seinem Beginne dem rostralen Ende des ventralen Schenkels ventral aufliegt. — Bei nicht wenigen Vertretern tritt das Cornu hyale in eine Rückbildung, die im Bereiche des dorsalen Schenkels beginnt, weiterhin zu dessen völliger Reduction führt und schliesslich den ventralen Schenkel ergreift, verkürzt und endlich auch zum vollkommenen Schwunde desselben und damit des ganzen hyalen Horns führt. Eine derartige Reduction des dorsalen Schenkels unter Persistenz des ventralen und danach des ventralen Schenkels kommt in fortschreitendem Grade bei gewissen Anguidae, bei Lialis, den Amphisbaenidae, Acontias unter den Scincidae, sowie Typhlosaurus, vielleicht auch individuell bei Anguis zur Beobachtung, bei Acontias und Typhlosaurus unter beginnender und weiter fortschreitender Verkümmerung des ventralen Schenkels. Bei Anniella (Cope 92, Baur 94, Kunkel 05) und bei Dibamus (eigene Untersuchung) ist der letzte Rest des Cornu hyale geschwunden. Die Rückbildung findet somit in verschiedenen Familien statt, die sich zum Teil verwandtschaftlich nicht nahe stehen, ergreift aber mit Vorliebe diejenigen Vertreter derselben, die unter Verlust ihrer Gliedmassen uncl unter secundarer Verlangerung ihres Körpers eine schlangenartige Gestalt angenommen haben.

Das in seiner hauptsachlichen Ausdehnung verknöcherte und an seinem freien Ende in eine knorpelige Epiphyse auslaufende Cornu branehiale I. bildet den leistungsfahigsten und in seiner Existenz bestandigsten Teil des Zungenbeines. Es ist in der Regel gelenkig mit dem Seitenrande des knorpeligen Körpers verbunden, von massig wechselnder, gewöhnlich das Hyalhorn übertreffender Lange und von variierendem Verlaufe (geradlinig, gestreckt boo-enförmig, gestreckt Stormig) in einer im Allgemeinen caudal-lateral-dorsalwarts gehenden Richtung, wobei bald diese bald jene Direction überwiegt. Die Epiphyse wechselt in Lange, Richtung und Gestalt, ohne besondere taxonomisch verwertbare Directiven zu gewahren. Wie oft sie auch nicht abgebildet worden, so fehlt sie doch wohl niemals. Mit dem Ende des Knochenteils liegt sie dem Musc. episterno-cleido-mastoideus oberflachlich auf, zeigt sonacb in ihrer Beziehung zu diesem Muskei ein recht abweichendes Verhalten vom Cornu hyale. Bei Draco springt das Cornu branehiale I. oberflachlich hervor und bildet gemeinsam mit

Sluiten