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Cricoid, ein Verhalten, welches die schon bei den Lacertiliern beobachtete Tendenz der laryngealen Vorwanderung noch übertrifft und meines Wissens von keinem anderen Wirbeltier überholt wird; nur Varanus bietet in dieser Hinsicht eine ahnliche Lage innerhalb der von den Schlangen eingenommenen Grenzen dar.

Bemerkenswert ist, dass gerade das Zungenbein derjenigen eurystomen Ophidier, welche gewöhnlich, als besonders typisch ausgebildet, am meisten von den Lacertiliern entfernt werden, die relativ am wenigsten rückgebildeten Hyoide darbieten, dass ferner die peropode Familie der Boidae, die noch leidliche Beste von Gliedmassen bewahrt hat, einen weiteren Grad der Reduction des Zungenbeins aufweist und dass endlich, soweit bekannt, die angiostomen Familien das am meisten verkümmerte Hyoid besitzen. Somit eine erhebliche Discrepanz der verschiedenen morphologischen Merkmale dieser Abteilungen, die jedenfalls dazu mahnt, den Charakteren des Hyoides innerhalb der Ordnung der Schlangen keine massgebende taxonomische Bedeutung beizumessen. Ob es Ophidier gibt, bei denen das Zungenbein völlig geschwunden ist, erscheint als möglich, ist aber bisher nicht nachgewiesen worden. Da, wo es Joh. Muller (31) vermisste (Tortrix, Typhlops, Rhinophis), wurde es spater gefunden.

4. Chelonia (Testudinata).

Die Chelonier bilden eine meiner Ansicht nach von den Rhynchocephalia, Lacertilia und Ophidia ganz abseits stehende Ordnung der Reptilien, deren eigenartige Spezialisierung schon ihren frühesten Untersuchern aufgefallen und immer wieder von ihnen betont worden ist. Dabei haben zahlreiche hervorragende Zooiogen und Anatomen der alteren Zeit, u. A. Meckel (23), Gegenbaur (70, 78, 98) und Huxley (71), ihnen die primitivste Stellung unter den 'lebenden Reptilien zuerkannt und auf gewisse Ahnlichkeiten und Verwandtschaften mit den Amphibien, selbst mit den anuren Amphibien hingewiesen. Auch ich bin früher (74) diesen Anschauungen gefolgt, indem ich bei Behandlung des Schultergürtels und der Schultermuskeln die Chelonier auf die Amphibien folgen liess, und erst nach ihnen die Lacertilier, habe mich aber weiterhin (00) überzeugt, dass die Lacertilier und der ihnen nahe ver- wandte Sphenodon auf diesem Organgebiete mehr primitive Züge darbieten als die Chelonier, denen ich eine mittlere Entwickelungshöhe innerhalb der Reptilien zuschrieb. Und ich stehe mit dieser Auffassung nicht allein. Danach sind C. Rabl (03, 08, 10), Ribbing (07 , 09), Sieglbauer (09) auf Grund der Charaktere des Schadels, sowie des Skeletes und der Muskulatur der Gliedmassen wieder für eine sehr primitive Stellung der Chelonier unter den lebenden Reptilien eingetreten. Von Seite der Palaontologen ist schon vor langer Zeit auf gewisse Ahnlichkeiten und Verwandtschaften mit den Rhynchocephaliern (Cope 70, 87, 89, Seeley 74, Boulenger 89 u. A.), namentlich aber' mit den Sauropterygiern (Owen 39, Cope 71, 87, Baur 87, 88 u. v. A.) aufmerksam gemacht worden. Andere (z. B. Zittel 89 und Haeckel 95) fanden bei den Anomodontia nahere Anschlüsse, Osborn (03) vereinigte Cotylosauria, Anomodontia, Testudinata und Sauropterygia zu seiner Subclassis Synapsida und Jaekel (10) bildete aus den Cotylosauria, Theriodontia, Anomodontia, Testudinata und Monotremata die Klasse Paratheria, welche er zwischen Reptilia und Mammalia steilte. Weiter war wegen des gemeinsamen Merkmales der Stegocrotaphie des Schadels der Cotylosaurier und gewisser Chelonier eine Ableitung der Letzteren von den Ersteren, den primitivsten Formen unter den Reptilien, vertreten worden (Cope 92, 96, Baur 96, Woodward 98, Osborn 03, Broili 04, Williston 04, Case 05, Hay 08, Broom u. A.), und diese Phylogenese hatte durch die genauere Untersuchung neu aufgefundener gut erhaltener Reste des oberpermischen Cotylosauriers Eunotosaurus africanus (bei dem bereits Seeley 92 auf chelonierahnliche Züge hingewiesen) durch D. M. S. Watson (14) eine besondere Bestatigung erhalten. Wenn ich auch mit Siebenrock u. A. in der Stegokrotaphie gewisser Schildkröten (namentlich auch der fossilen Amphichelydia und der Cheloniidea) kein zweifelloses und durchgreifendes Kennzeichen einer pnmitiven, ursprunglichen Bildung erblicke, so erkenne ich doch die übrigens auch auf andere Merkmale gegriindeten nahen Beziehungen der Chelonier zu Eunotosaurus an, erblicke aber darin noch keine beweisende Instanz für eine besonders tiefe Stellung der Schildkröten am Anfange der lebenden Reptilien.

Das Zungenbein der Chelonier haben zahlreiche Autoren untersucht, von denen hier Bojanus (1819—21), Cuvier (24, 36, 38), Meckel (29). E. Geoffroy St. Hilaire (32), Alessandrini (34), A. F. J. C. Mayer (35), Stannius (46, 56), Owen (66), Gegenbaur (70,98), Huxley (71), Brühl (80), Parker (80), Heude (80), Peters (82), Ludwig Ferdinand Prinz von Bayern (84), Gadow (88, 01), Boulenger (89), Hoffmann (90), Gaupp (99, 05), Oppel (00), Halier (04), Beddard (07), H. Fuchs (07, 12), Wiedersheim (09), Bütschli (10), Boas (11), Bender (11, 12), Kunkel (11, 12, 15), Oo-ushi (11 13) Nick (12), Smith (14) und vor Allen Siebenrock (98, 00, 06, 13) hervorgehoben seien. Parker hat dfe Entwickelung alterer, Fuchs, Bender und Kunkel diejenige jüngerer Stadiën bearbeitet; auch Siebenrock verdanken wir zahlreiche Angaben über die spatere (postembryonale) Entwickelung. Die Beziehungen zum columellaren Apparat wurden ausser von den eben genannten Untersuchern insbesonders von Peters (69), Gadow (88), Gaupp (98, 05) und Noack (07) behandelt, der Kehlkopf, zum Teil in seinem Verhalten zum Zungenbein, von zahlreichen Autoren, von denen ich hier nur Meckel (33), Mayer (35), Henle (39), Stannius (56), Owen (66), Huxley (71), Peters (82), E. Dubois (86), Gegenbaur (98), Goppert (99, 01), Siebenrock (99,00, 06), Wiedersheim (09), V. Schmidt (10, 13), Bender (14) und Ogushi (14) nenne. Mayer (35) ist meines Wissens, der Erste, der eine richtige Deutung des Kehlkopfes als Cricoid mit Arytaenoid und Nebenknorpeln gab, eine Deutung, die für fünfzig Jahre verschollen blieb und erst wieder mit Wiedersheim (83) und der ausgezeichneten Untersuchung von E. Dubois (86, der übrigens keine Kenntnis von Mayer's Arbeit hatte) wieder zu ihrer bleibenden Anerkennung kam. Der in der Nachbarschaft des Zungenbeins liegende, gemeinhin als „Entoglossum" bezeichnete Skeletteil fand gleichfalls manche Bearbeitungen und Besprechungen, von denen diejenigen von Cuvier (24, 36), Meckel (29), Alessandrini (34),

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