Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

rates dar, jedoch nicht mehr in dem ursprünglichen Verhalten wie bei Sphenodon. Die übérwiegende Mehrzahl der Lacertilier hat diese Verbindung ganz aufgegeben, zeigt auch am hyalen und am 2. branchialen Horn Rückbildungen sowie einseitige Umbildungen verschiedener Grade, welche diese Vertreter der Ordnung noch weiter vom ursprünglichen Verhalten entfernen, jedoch nur zum kleinsten Teil als Kennzeichen einer höheren Entwickelungsstufe zu bewerten sind. Die Ophidier zeigen in ihrem Zungenbein einen ganz einseitigen Reductionsprocess vom Lacertiliertypus, welcher das Hyoid derselben auf die tiefste Stufe seiner Leistungsfahigkeit bringt. Weit voluminöser und vollkommener ist das Zungenbein der Chelonier gestaltet und offenbart in der Ausbildung seines Körpers und der Existenz der Epibranchialia I. und II. primitive Züge, wahrend die Reduction seines Cornu hyale, seine ganze gewebliche, zu ausgedehnten Ossificationen neigende Beschaffenheit und auch das Verhalten des Cornu branehiale II. (welches den Anschein eines primitiven Verhaltens gewahrt, in Wirklichkeit aber auf einseitiger Weiterentwickelung beruht) im Vergleich mit dem Hyoid der Lacertilier ein Plus von höheren Merkmalen zu erkennen gibt. Zudem steht das Hyoid der Chelonier in der Reihe der lebenden Reptilien ganz isoliert. Bei den Crocodiliern kennzeichnet die weitgehende (vielleicht vollstandige) Rückbildung des hyalen Hornes und die Aufnahme der reducierten Elemente des Cornu hyale und Cornu branehiale II. in den Hyoidkörper, insbesondere auch die bedeutende Vergrösserung des Körpers einen besonderen Entwickelungsgang, der das Crocodilierhyoid isoliert und ziemlich hoch stellt, jedoch auch unter Berücksichtigung seiner weniger hochstehenden geweblichen Beschaffenheit an entfernte Ahnlichkeiten mit den Lacertiliern denken lasst.

Für die tiefere und höhere Stellung der verschiedenen Vertreter der lebenden Reptilien haben wir namentlich im Skeletsystem des Kopfes, der Wirbelsaule, der Extremitatengürtel und freien Gliedmassen, im Muskei- und Nervensystem und in anderen Organen Kriterien, welche höher zu bewerten sind als das Zungenbein. Dieses darf aber nicht gering geachtet werden. Auch soll man immer eingedenk sein, dass nur in den wenigsten Tierkörpern die verschiedenen Organsysteme eine gleiche Höhe der Entwickelung darbieten. Fast immer tritt im Organismus je nach seiner funktionellen Beanspruchung bald dieses, bald jenes Organ in den Vordergrund, und dementsprecbend kommen andere nicht zur gleichen Geltung, bleiben stehen oder gehen auch in Rückbildung. Gewöhnlich sind selbst in demselben Organ Züge der höheren und der minderen Ausbildung neben einander vertreten. Da bedarf es einer sehr * vorsichtigen und umsichtigen AbwSgung der morphologischen Bedeutung der höheren und tieferen Merkmale, um zu entscheiden, ob diese oder jene den Ausschlag für die tiefere oder höhere Stellung des einen oder des anderen Tieres geben. Das Gleiche gilt für die Bemessung der naheren oder ferneren gegenseitigen Verwandtschaften. Dies sind alles selbstverstandliche und zu ungezahlten Malen erörterte Wahrheiten, jedoch in ihren speziellen Anwendungen nicht immer leicht zur Geltung zu bringen.

Soweit es sich zur Zeit übersehen lasst, bildet die Configuration des Zungenbeins keinen Factor, welcher sich den auf anderen Wegen gewonnenen Anschauungen über die gegenseitigen Verwandtschaften und tieferen und höheren Stellungen der verschiedenen Reptilienordnungen und ihrer Unterabteilungen feindlich entgegenstellt. Man darf mit ihnen rechnen als mit einer diese Anschauungen im Grossen und Ganzen erganzenden und zum Teil sie selbst corrigierenden Instanz. -

Sluiten