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dass semmë, weddè wegen ihrer Oxyton&eiung nicht mit den litauischen Paroxytonis zêmê, vèdé identisch sein können?

Einer solcben Ansicht könnte ich nicht beitreten. WaB apr. semmë: lit. zëmè anbetrifft, vgl. lit. moiêneben mótè. Und auch endbetonte Verbalformen auf -ë(t) waren im Preussischen wenig auffallig; denn diese Sprache besitzt ja auch, im Gegensatz zum Litauischen, endbetonte Formen auf -a(t): maita „nahrt", ebsgna, 1. ebsigna „segnet", poglabii „herzte", dwigubbw „zweifeit" 9).

Ausführlicher und deutlicher als Hirt hat Bezzenberger sich über die altpreussischen Formen auf -ë ausgesprochen. KZ. 41, 78 f. bespricht er semmë. Das von Berneker 138 zusammen mit semmë genannte paekë „Friede" lasst er weg, und darin hat er recht; denn das Langezeichen über dem ë beruht.auf einem Irrtum Bernekers (s. Trautmanns Ausgabe 37, 16 = Berneker 43, 27; weiter Bezzenberger aaO. 77). Ob das einmal vorkommende packe in paekë oder packi oder in noch etwas anderes zu bessern ist, lasst sich nicht entscheiden. Der Zusammenhang, in welchem das Wort vorkommt, lasst uns einen Akkusativ erwarten; wie würde der aber lauten? An andern Stellen des Enchir. kommen die Akkusative packaien, paekan, packuu vor, ausserdem der Dativ packai in senpackai „sicher".

Semmë kommt einmal vor, und zwar in dem Satze beggi ton asse semmë „Denn du bist Erde" (65, 33). Bezzenberger fasst hier ~ als Zeichen für u auf, und in semmen erblickt er einen Instrumental, wobei er auf den Gebrauch dieses Kasus im Litauischen hinweist (altlit. ius diewai* este, gatwu moleristes vra wiras usw.). Nun ware allerdings ë für en nicht absolut unmöglich — obgleich dergleichen Falie sehr selten sind; s. Bezzenberger BB. 23, 288 —, und im Litauischen würde ein Instrumental in diesem Satze nicht besonders auffallen; aber im Preussischen lasst sich der Instrumental, abgesehen von einigen Pronominalformen (ste „desto", s. weiter unten; sênku „damit", kuilgimai „so lange", kudesnummi „so oft , stu ilgimi „bis", sen maim, een maim „mit mir",

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