Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

aufschlagen, so begegnen wir neben einmaligem semmin I einem zweimal im Ench. belegten semien und einem achtmal im Ench. und einmal in II vorkommenden semmien; das einmal im Ench. belegte semman ist verfehlt oder eine sekundare Form nach der a-Deklination.

Sind nun all diese Formen auf -ien Analogiebildungen nach der iö-Deklination, wie Berneker 139 und 184 annimmt? Gewiss werden wir für die ió-Stamme einen Akkusativ auf -ien (zunachst aus -ian) annehmen mussen; darauf weistja vor allein die Endung -ien der mannlichen ia-Stamme hin. Wenn wir aber daran denken, dass ein Teil der tó-Stamme, und zwar diejenigen mit einem Nomin. Sing. auf -i, diese lautgesetzliche Akkusativendung aufgegeben und durch ein unter dem Einfluss des Nominativs entstandenes -in ersetzt haben (s. S. 32), so fallt es uns schwer zu glauben, dass eine andere Nominalklasse, deren haufigster Nominativausgang ebenfalls -i war, ihre Akkusativendung -in unter dem Einfluss der tö-Stamme durch -ien ersetzt habe 31). Vielmehr ist hier das ie lautgesetzlich aus ê entstanden. Umso wahrscheinlicher kommt mir diese Annahme vor, als sie auch für apr. mien „mich", tien „dich", tien „sich" eine einfache Deutung ermöglicht: mien, tien, tien = abg. me, te, se; apr. mien, abg. me — aind. mam, wahrend apr. tien, abg. te bloss im Stammesanlaut, nicht aber im Ausgang von ai. tvam abweicht.

Ich kehre also zurück zu der von Leskien schon im Jahre 1876 ausgesprochenen Ansicht (Die Declination im Slavisch-Litauischen und Germanischen, S. 143): „me, d. i. *mên = mien, lies min oder mén." Gegen diese Meinunghat sich Berneker 207 f. gewandt, 3») und seitdem hat dieselbe wenig Anerkennung gefunden; s. Trautmann 269, Brugmaun Grundriss 22, 2, 413 f. **) Berneker halt Leskiens Ansicht deshalb für wenig wahrscheinlich, „weil man dann annehmen müsste, dass nur gerade in diesen Formen i durch ie bezeichnet werde, für das doch sonst durchgebends *, ij erscbeint". Und dann fahrt er fort: „Beim zahlreichen

Sluiten