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Vorkommen dieser Formen ist es doch undenkbar, dass nie ein *min, *mijn erscheinen sollte, wenn i gesprochen wurde, wie es undenkbar ist, dass nie sonst langes * mit ie geschrieben wurde, wenn dieses wirklich ein Mittel zu seiner Bezeichnung war". Ware Berneker nur auf den Gedanken gekommen, dass der durch ie angedeutete Vokal einen etwas von dem durch i bezeichneten Laut abweichenden, es sei denn diphthongischen oder monophthongischen Klaug gehabt haben könne, und hatte er nur gesehen, dass die beiden Formkategorien von mien und sem{m)ien auf eine und dieselbe Weise gedeutet werden kónnen, so hatte er sich wohl Leskien angeschlossen, und einige von ihm und andern Forschern aufgestellte, vollstandig in der Luft schwebende Deutungen von mien, tien, uien waren uns erspart geworden.

Berneker 208 hat zunachst an die Möglichkeit gedacht, dass mien, tien, sien „verkürzte Formen *men *ten *»en" seien; * ware dann Erweichungszeichen. Weil aber Will die Erweichung nur sporadisch bezeichnet, so dass neben mien usw. die Orthographie *men usw. zu erwarten ware, gibt Berneker einer andern, viel weniger einfachen Hypothese den Vorzug: „Nach einem dat. *mei *tei *sei, letzteres vielleicht in grikisi, lit. mi ti ai, wurden nach Art der-io-St. für *men, *ten, *sen Formen wie *mjen, *tjen, *sjen gebildet: in der That ist in allen klaren Fallen die Lautverbindung »5) ie als -je- zu lesen". Diese letzte Behauptung ist kaum richtig (s. S. 33 f.), aber auch wenn sie richtig ware, so würde sie Bernekers Hypothese noch nicht glaubhaft machen!

Brugmann aaO. halt mien, tien, sien für „irgend eine analogische Umbildung von urbalt.-slav. Formen auf-» (aus-»»." Er zieht auch die neben tien, sien vorkommenden Formen tin (1 X; tien 14 X), sin (ausschliesslich in der enklitischen Verbindung mit Verbalformen; alsselbstandiges Wortstets sien)1 •) in Betracht, welche, von preussischem Standpunkte gesehen, kaum etwas anderes als schwachtonige Formen

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