Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

unter eine gemeinsaine Formel zu vereinigen; ebenso ist auch vor r das aus e entstandene ie eine nur in vereinzelten Wörtern (etwiërpt usw.) auftretende Buchstabengruppe. Trautmann 98 f. hat versucht, ein Lautgesetz aufzustellen, aber diejenigen Falie, wo dasselbe „nicht zu Tage tritt", sind zahlreicher als diejenigen, die zu demselben stimmen. Unter solchen Umstanden muss ich die Trautmannsche Regel (s. die zitierte Stelle) für unrichtig halten; nach Trautmanns Ansicht waren die widerspenstigen Beispiele aus mangelhafter Orthographie zu erklaren. Soviel ich sehe, lasst sich eine Regel bloss für das auslautende -ën geben. — Ob die Orthographie styienuns, pyienkls in II auf eine starke Mouillierung des dem ie vorangehenden Konsonanten hinweist, wodurch diese Falie sich von mien, semmien usw. unterscheiden würden, lasst sich nicht entscheiden. Mien, tien, sien kommen im II. Katechismus nicht vor; wir wissen also nicht, ob sie, wenn sie vorkamen, die Gestalt mien usw. oder myien usw. haben würden; und bei semmien usw. könnte das Fehlen des y dem schwachen Akzente zuzuschreiben sein.

Wie schon bemerkt, wurde das altpreussische ie als ein Vokal oder Diphthong ausgesprochen; s. S. 33, wo wegen des Doppelkonsonanten vod pirmannien u. dgl. für diese Formkategorie die Aussprache je in Abrede gestellt wurde: und wenn dieses aus ja entstandene ie kein mehr enthalt, so wird das umsomehr für das aus ë entstandene ie gelten. Genauer wird sich die Aussprache des ie kaum feststellen lassen. Vielleicht haben wir einen ahnlichen Laut wie das lit. ë'anzunehmen; ië würde dann, was seine Tonbewegung betrifft, dem lit. ë = ië entsprechen. Uebrigens ist es nicht ganz sicher, ob das ien vonpiënets (Ilpyienkts) usw. mit demjenigen von mien, semmien lautlich vollkommen identisch war: im ersten Falie entstand es ja aus en, im zweiten aus ën.

Allerdings könnte der Umstand, dass, soviel wir wissen, im Preussischen ebenso wie im Litauischen der weibliche Akkusativausgang -an mit der mannlichen Endung -an zusammengefallen ist, 50) uns auf den Gedanken bringen,

Sluiten