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Ich glaube nicht, dass Bezzenbergers Regel einwandfrei ist. Für a nach p dürfte sie zutreffen: darauf weisen die Praposition po (auch Prafix) und enterpo „nützt" (eine Bildung wie laiku, perbanda) einerseits, supüni „Frau", püdauns 5») „getragen habend" anderseits hin. Aber nach m ist offenbar jedes a zu » geworden. Zwar hat Bezzenberger aaO. 460 das u von mukint „lehren" (= lit. mokinti) nebst seinen Ableitungen dem Einflusse anfangbetonter Formen wie lit. móku „kann", mókstu „erlerne", mókslas „Lehre", pamókê „unterwies" (Geitier Litauische Studiën 23, 11) zugeschrieben; eine solche Deutung ist aber sehr unsicher, weil das Verbum mukint gar kein seltenes Wort gewesen sein wird und wir nicht wissen, inwiefern das Preussische anfangbetonte Formen mit mük- besessen hat. Wir können sogar weiter gehen und behaupten, dass ein unbetontes mo aus ma nicht nur unsicher, sondern sehr un wahrscheinlich ist; denn es gibt ausser mukint noch eine andere Form mit unbetontem mu aus ma, die man bisher in diesem Zusammenhange wenig beachtet hat, die aber trotzdem hierhergehören wird: die im II. Katechismus vorkommende 3. Pers. Sing. Prat. lymuozt sbrach(s)" aus Hymu-ts. ss) Die hierin enthaltene Verbalform lymu kann kaum etwas anderes sein als ein Prateritum auf -a(t) = lit. -o; der Gegensatz lymu < *lëma(jty: lit. Umè ist nicht auffalliger als derjenige zwischen apr. küra „baute" und lit. Jcürè (s. Bezzenberger KZ. 41, 106). Dass *lëma(t) ein Paroxytonon war, darauf weisen nicht bloss die Anfangbetonung und der Akut von lit. Umè hin, sondern vor allem die im Enchiridion vorkommende Form limauts, die als ein durch das unmittelbar vorhergehende dinkauts verursachter Fehler für *limu-ts aufzufassen ist; s. im X. Kap., und auch Bezzenberger KZ. 41, 109 f., dessen Aenderung von limauts in limüts ich als eine unnötige Vergewaltigung des Textes betrachte.

Ich glaube, dass in den samlandischen Texten auch ein Wort mit o aus a nach einem gutturalen Konsonanten vorkommt, und zwar das Partizip en-kopts (Ench., 3 X),

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