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(1 X) „weisst", — giwassi (2 X), gïwasi (1 X) „lebst, lebest", — druwr-.se (2 X) „glaubst", — seggësei (1 X) „tust". Auch èisei (1 X) gehst", po-stasei (2 X) „wirst, werdest", et-skisai (1 X) „fahrst" sind wohl Prasensformen. 79) Aus diesem Material ergibt sich, dass I und II nur -se (aus -sei) haben, und dass auch im Enchiridion die Formen auf -sei (-se, -si) die gewöhnlichen sind; -sai kommt nur bei den Stammen as- (es-) und skï- vor, also bei athematischen Verben, welche in der 1. Pers. Sing. -mai haben. 80) Offenbar ist -sai unter dem Einflusse dieses -mai aufgekommen. Vgl. über diese Endungen meinen Aufsatz „Zur slavischen und baltischen Prasensflexion" Archiv 36, 111 ff., wo ich über einige Punkte anders urteile als Solmsen aaO. 173 f. 81)

Die 2. Pers. Plur. geht nach Berneker 219 50 X auf -ti, 7 X auf -tei, 7 X auf -tai aus. Im Imperativ kommt auch -te vor; rikauite „herrschet!", — wahrend das einmalige seggïta „tutl" von Berneker aaO. als ein Fehler, von Bezzenberger BB. 23, 303 als eine Dualform aufgefasst wird. Weil unbetontes auslautendes -ei auch sonst als -i auftritt, liegt der Gedanke nahe, das -ti mit -tei identisch ist, und wenn jemand gegen diese Vermutung das seltene Vorkommen der Schreibweise '4 bei den übrigen Kategorien mit auslautendem -ei anführen sollte, so könnten wir auf den enklitischen Nominativ di, (t)i „man" hinweisen, der 6 X vorkommt, gegenüber einmaligem dei, und der doch ohne jeden Zweifel mit dei identisch ist. Allerdings gib|k es auch noch eine andere Möglichkeit: apr. -ti könnte mit dem litauischen Ausgang -te, -tè-(s) identisch sein. 8ï)

-tei (-te; -til) ist der Analogie der 2. Pers. Sing. auf -sei (-se, -si) zuzuschreiben; s. Porzezinskij K istorii form spfazenija v baltijskich jazykach 54 f., Trautmann 274, Solmsen aaO. 173, — und -tai entstand wohl unter <lem Einfluss der 1. Pers. Plural auf -mai. Weil diese Endung bei allen Verben, thematischen und athematischen, verwendet wird, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass ausser astai (5 X) „seid" (auch als Imperativ), wirstai (2 X) „werdet" auch

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