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können (s. S. 51). Diese Formen béweisen keinen ë'-Vokalismus: palletan kommt nur in I vor, wo bekanntlich das * der übrigen Texte oft als e auftritt: -(l)letan entspricht also genau dem in II vorliegenden -liten. Und zwischen i und (i)ei besteht ein regelmassiges Ablautverhaltnis, das bei dieser Verbalwurzel auch in andern Sprachen vorkommt: s. das Material bei Trautmann 408 und bei Berneker Slavisches etymol. Wtb. 1, 709 f. Wegen des Wechsels ei: iei vgl. geide: gieidi „warten". Das * dürfte die Erweichungdes vorhergehenden Konsonanten bezeichnen. Auf keinen Fall machen iei, iei ein altpreussisches ë wahrscheinlich. 8B)

Bezzenberger BB. 23, 299 möchte für gewinna „arbeiten" (2 X im Ench.) und gewineis „Knecht" (1 X im Elb. Vok.) è' annehmen und zwar wegen lett. dfi°wtit „wohnen; arbeiten". 87) Weil Bezzenberger selber aaO. wegen des altlitauischen Zeitwortes gewenti „leben" diese Deutung von gewinna, gewineis als zweifelhaft bezeichnet hat und weil er KZ. 44, 305 f., wo er Trautmann gegenüber die Annahme eines altpreuss. ë verteidigt, den Verbalstamm gewin- ausser Betracht lasst — obgleich Trautmann 138 im dem mutmasslichen apr. ë gewidmeten Abschnitte denselben besprochen hatte —, vermute ich, dass er hier jetzt kein ë mehr annimmt. Nach meiner Ansicht dürfen wir für altpr. gewin- keinen anderen Vokalismus als e ansetzen. Dass das in den altpreuss. Mundarten sonst durch verschiedene Vokale bezeichnete mutmassliche ë in diesem Worte dreimal e und nie anders geschrieben sein sollte, das ware mehr als auffallig, einerlei ob wir für ë die hochlitauische Aussprache («*) oder etwa die nordwestzemaitische (ei, ë) voraussetzen. S. auch Endzelin Izvéstija 12, 1, 60, Slavanobaltijskie et'udy 95.

Spater (KZ. 41, 120 ff.) hat Bezzenberger noch für eine Kategorie von Formen samlandisches ë vermutet, und zwar für die Imperative auf -eis, -eiti. Gewöhnlich nimmt man an, dass das ai von wedais, idaiti u. dgl. aus idg. oi entstauden ist, wahrend das ei von weddeis, ideiti usw. aus denjenigen

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