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Plur. auf pr. -an, -on wird ja Kürze haben; freilich ist hier diese Quantitat nicht zu beweisen.

Der weibliche Akkusativ auf pr. -an wird auf jeden Fall Kürze haben. Das geht zwar nicht aus dem ausnahmslosen Fehlen des Langezeichens hervor: dieses beweist bloss die Unbetontheit der Endung, — auch ist der a-Vokalismus nach Gutturalen und Labialen kein sicheres Kriterium: hierfür könnte man sich ja auf die oben angeführte Fussnote De Saussures berufen, — es gibt aber einen andern Umstand, der deutlich auf Kürze des a hinweist: ich denke hier an die Akkusative auf -en, die Trautmann 226 anführt: absiguasnen, signasnen „Segen", mensen „Fleisch", alle drei im Enchiridion, banden (itienbcenden „unnützlich", wörtlich „nicht zum Nutzen") in II. Es ist ausgeschlossen, dass diese Formen einfach Fehler sein sollten; sie werden e für a haben, was ja auch sonst vorkommt. Dieses e steht aber bloss für kurzes a, nicht für langes, sogar nicht im II. Katechismus, wo e für a besonders hauSg ist. t5)Absignasnen usw. beweisen nach meiner Ansicht die Kürze des a der weiblichen Akkusativendung -an. 96)

Was den Genitiv Singular der a-Stamme anbetrifft, so fallt uns sofort der Betonungsunterschied zwischen apr. algas und lit. algds auf. Wenn die preussische Form mit der litauischen identisch ware, so würden wir *algüs oder, falls De Saussures Vermutung bezüglich „a suivi d'une consonne quelconque dans la même syllabe" richtig sein sollte, *algas erwarten. Solche Formen auf -üs oder -as kommen in unsern Texten nicht vor (s. Trautmann 225): nirgends tragt die Genitivendung das Langezeichen. Wie ist das zu erklaren? Ist die Genitivendung stetsunbetont? Oder hat sie kurzen Vokal? Oder ist sie unbetont und kurz zugleicherzeit? Angesichts des Gegensatzes pr. algas: lit. algds liegt die Vermutung nahe, dass Endbetonung nicht vorkam. Und was die Qualitat anbetrifft, so weist der einzige Genitiv eines a-Stammes, der im II. Katechismus vorkommt, menses, durch sein e auf Kürze des a von -at hin.

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