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Absolute Sicherheit, dass die Endung bei allen a-Stammen unbetont und kurz war, haben wir nicht, aber für sehr wahrscheinlich dürfen wir es halten, zumal weil auch bei den andern Stammklassen, die alle einen Genitiv auf Vokal + * haben, nirgends Lange dieses Vokales oder Endbetonung wahrscheinlich zu machen ist.

Wie ist nun das unbetonte, kurzvokalische -as zu erklaren ? Wenn nur die Vokalkürze erklart zu werden brauchte, so könnte man sie als eine Folge der Tonlosigkeit auffassen. 97) Dann bliebe aber die zweite Frage ungelöst: woher die Anfangbetonung ?

An die Altertümlichkeit der Endbetonung von algös u. dgl. dürfen wir angesichts des Vorhandenseins indogermanischer oxytonierter a-Stamme nicht zweifeln. Hat nun algas einen zurückgezogenen Akzent? Eine solche Annahme schwebt vollstandig in der Luft. Weshalb sollte das Sprachgefühl Oxytona wie endiris „sieh an!", milijs „liebe!", mensa „Fleisch", semmë „Erde", milë „liebt" geduldet haben, aber nicht * algas oder *algüs?

Lieber möchte ich algds, mensas (<-ès) als Analogiebildungen auffassen.

Gewiss wird dabei der Akk. Sing., der bereits im Urbaltischen ausnahmslos barytoniert war 9S) und der im Preussischen auf -dn auslautete, ein Rolle gespielt haben. Genügte aber dieser eine Kasus, die Neubildungen algas, mensas ins Leben zu rufen? Angesichts endbetonter Nominative wie gallü „Kopf", mensa „Fleisch" usw. ist das sehr zweifelhaft. Und wenn wir weiter daran denken, dass im Altpreussischen bei keiner Stammklasse 9 9) endbetonte Genitive Sing. vorzukommen scheinen, wahrend alle Stammklassen denselben Genitivtypus zeigen, der wohl überall als eine Bildung auf kurzen Vokal + * aufzufassen ist, so liegt die Vermutung nahe, dass bei einer oder mehr Stammklassen eine Endung dieser Gestalt lautgesetzlich ist und dass von hier aus die Uniformierung der Genitivformen samtlicher Paradigmen ihren Anfang genommen hat.

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