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wie sie überliefert ist nicht richtig sein. Sie steht in der Verbindung sen senditmai rankan „mit gefalten henden", wahrend einige Zeilen weiter (53, 21 f.) in derselben Bedeutung das viel begreiflichere sen senditans rankans vorkommt. Was für sen senditmai rankan zu lesen ist, weiss ich nicht. Wenn wir die Form rankan auf eine einfache Weise korrigieren wollen, so lesen wir am besten rankan: wir hatten dann eine ahnliche Mischkonstruktion anzunehmen wie bei sen stesmu wirdan -1'') (s. S. 82). Allerdings muss auch bei dieser Auffassung die Form senditmai für nicht ganz richtig gehalten werden.

Die Form isspresnan gibt noch zu einer Bemerkung Anlass. Bezzenberger hat die Konjektur isspresnan deshalb vorgeschlagen, weil die Endung -an nicht zum dritten der von ihm aufgestellten Betonungsgesetze der preussischen Sprache stimmen würde, nach welchem „neutraler Ton [d. h. der Akzent auf kurzer Silbe] im Gegensatz zum Litauischen und Slavischen nicht behandelt wird, wie geschleifter, sondern bleibt auf seiner Stelle, auch wenn ihm eine unbetonte gestössene Silbe unmittelbar folgt" (z. B. maddla, tickra, wissd). Obgleich die angeführten Beispiele Bezzenbergers Regel sehr plausibel machen, bleibt wegen des geringen Umfanges des überhaupt vorhandenen Materials Raum für die Frage, ob nicht dennoch aus einem paroxytonierten Hsspresnan bei akutierter Ultima isspresnan geworden sein könnte, — trotz maddla usw. Ich gehe auf diese Frage nicht ein, erstens weil eine Lösung mir unmöglich scheint, zweitens weil wir isspresnan, auch wenn kein anderer Grund für diese Konjektur vorlage, schon deshalb in isspresnan andern dürfen, weil es die einzige im Enchiridion vorkommende Kasusform auf -an ist, wahrend zahlreiche Formen auf -an vorkommen, auch nach der Praposition sen. Wo die Verhaltnisse so liegen, ist die Annahme viel wahrscheinlicher, dass die Form isspresnan verfehlt ist — es gibt ja zahlreiche Fehler in unserm Drucke I — als dass sie der einzige Rest einer sonst im Preussischen nicht mit

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