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wandt, indem er darauf hinwies, dass das Slavische im Gegensatz zum Preussischen keine atonen Subjektformen von Pronomina besitze; ausserdem spreche das -tü der Pluralformen sqtü, berqtu, nosetu gegen Fortunatovs Ansicht, und drittens sei das von Fortunatov vorausgesetzte Vorhandensein urslavischer Injunktivformen wie lit. nèsza, apr. giwa nicht bewiesen. Es kommt mir vor, dass durch diese Einwande Meillets die Meinung Fortunatovs ebensowenig widerlegt wird als sie von ihrem Urheber bewiesen wurde. Weshalb könnte das Urbaltoslavische kein atones Pronomen gebraucht haben in solchen Fallen, wo das Russische êkazal on „sagte ër" u. dgl. hat? Und wenn man für das Urslavische die Existenz prasentisch gebrauchter Injunktivformen bezweifelt, so kann man den Ausgangspunkt der Formen auf -tü im Aoriste suchen. Und was berqtu, sqtü, nosetu anbetrifft, so ist Meillets Bemerkung: „L'explication de M. Fortunatov ...... n' arrivé a rendre compte du pluriel

sqtü, berqtu, nosetu que par des formules analogiques plus hypothétiques encore et trés compliquées" — zwar vollstandig richtig, aber dennoch wird hierdurch Fortunatovs Hypothese nicht endgültig widerlegt. Die grosse Anzahl unbewiesener Analogiebildungen usw., die Fortunatov annehmen muss, machen seinen Erklarungsversuch zwar sehr unsicher, aber noch nicht unmöglich, und weil keine absolut überzeugende Deutung des slavischen -tü gegeben worden ist, begreife ich, dass ein so kritischer Gelehrter wie Kul'bakin noch immer Fortunatovs Ansicht für die wahrscheinlichste halt (Drevne-cerkovno-slov'anskij jazyks, Char'kov 1917, 153 f.) 18 4)

Ebenso wie Meillet lehne ich Fortunatovs Hypothese ab. Den von Meillet zusammengestellten Einwanden füge ich noch einen vierten, meiner Ansicht nach schwerer wiegenden hinzu: wir dürfen nicht annehmen, dass der Stamm *to(lit. ta-) im Urbaltischen oder Urslavischen oder Urbaltoslaviscben für das Pronomen personale der 3. Person gebraucht sei. Sowohl im Slavischen wie im Litauischen

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