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einmal vorkommende Dativ Sing. Fem. tennëi geschrieben: vgl. damit — falls die Form richtig überliefert ist — das Prateritum postai 1X neben postai 1X, dai 3 X. Wenn tennei ein Paroxytonon ist, so werden wir das ausnahmslose -ei (neben welchem niemals -e, -i vorkommt) entweder dem Einflusse der obliquen Kasus oder dem Zufalle zuschreiben müssen.

Den Nomin. Plur. *ei, welcher in dei, di. (t)i und wohl auch in tennei fortlebt, ,68) halte ich für die einzige Form von einem Stamme *e-, deren Existenz wir mit grosser Wahrscheinlichkeit für eine altere Periode der altpreussischen Sprache voraussetzen dürfen. Brugrnann Berichte aaO. hat die Meinung ausgesprochen, dass stesmu, teunesmu, stëison, tennëison, stêimans, teunêimans Reimbildungen nach *e-smu usw. seien. Solmsen aaO. 179 Fussn. 3 bekampfte diese Annahme mit der Bemerkung, dass auf diese Weise der Gegensatz zwischen tennei — Reimform zu *ei — und stai unerklart bleibe. Darin hat Solmsen ohne Zweifel recht. Wir werden m. E. den Tatsachen am einfachsten gerecht, wenn wir, wie ich es oben tat, die Formen auf -esmu, -ëison, -eimans auf die von Solmsen vorgeschlagene Weise erklaren, für tennei aber uns Brugrnann anschliessen. Dass die alte Form *ei bloss ein preuss. tennei, aber kein *stei bervorrief, das ist der Bedeutung von *ei zuzuschreiben. Es bedeutete „sie", wird also für das Sprachgefühl viel enger mit dem Stamme tenneja- als mit dem Stamme steja- assoziiert gewesen sein.

Die Ansicht, dass preuss. tennei durch Kontaminierung von tenneja- und der Form *ei entstanden ist, ist umso wahrscheinlicher, als auch für lit. anys eine ahnliche Erklarung gegeben werden kann. M. E. unterstützen meine Auffassung von anys und die von Brugrnann aufgestellte und von mir akzeptierte Hypothese bezüglich pr. tennei einander gegenseitig.

Die litauische Form anys, worauf bereits Geitier Litauische Studiën 55, Bezzenberger Litauische und lettische Drucke des 16. Jahrhunderts 2, XXIV Fussn., Beitr. z. Gesch. der

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