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-t gehören, von indogerinanischein Standpunkte betrachtet, zum Injunktiv. Nun wird im Altpreussischen die Form der 3. Person Singular nicht bloss, wie im Litauischen, auch fiir die 3. P. Dual und Plural, sondern ausserdem sehr oft für die 1. und 2. Person Singular gebraucht: auch in dieser Funktion sind diese Formen von indogermanischem Standpunkte Injunktivformen. Was die 1. und 2. Person Plural anbetrifft, diese haben in allen Modis die Endungen -mai bezw. -ti, -tei, -te (-tai), m. a. W. weder die primaren noch die sekundaren Ausgange des Indogermanischen.

Soviel ich weiss, hat bisher niemand bei der Betrachtung des baltischen Verbalsystems die indogermanischen Verhaltnisse so konsequent in den Vordergrund gerückt, dass er solche Formen wie lit. ima, laïko, apr. imma, laiku Injunktive und nicht Indikative genannt hat. Von baltischem Standpunkte sind es Indikative, ohne Weiteres.

Der Name Injunktiv taucht aber wieder auf, sobald solche Formen in konjunktivischer Funktion gebraucht werden. Und das geschieht sehr haufig. Abel Will verwendet die Indikativformen widerholt auch in solchen Fallen, wo das Deutsche und andere Sprachen den Konjunktiv verwenden. Das gilt sowohl für die Formen mit primarer wie mit sekundarer Endung; mit primarer Endung Vgl. z. B. 59, 27 f. kai tebbei labban ëit \ bhe ilgagiwasi nosemmien „Das dirs wolgehe vnd lange lebest auff Erden". Bezzenberger und Trautmann trennen solche Formen von den indikativisch gebrauchten und geben ihnen den Namen Injunktiv. Bezzenberger fügt allerdings ausdrücklich die Bemerkung hinzu, dass es ihm „zweifelhaft" ist, ob solche Formen „diesem Modus zuzurechnen sind, weil sie sich ausserlich von prasentischen Indikativformen nicht unterscheiden, und solche öfters konjunktivisch gebraucht sind" (aaO. 114). Ich glaube, dass es absolut keinen Zweck hat, die konjunktivisch verwendeten, formell mit dem Indikativ identischen Formen von den indikativisch gebrauchten zu trennen. Vermutlich biïdeten beiderlei Formen für das

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