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óaiti, attraiti und alle übrigen imperativisch verwendeten Formen auf -ais, Plur. -aiti und -eis, Plur. -eiti. Werinder preussischen Grammatik für wilijs, milijti usw. den Namen Injunktiv verwendet, der müsste eigentlich auch got. wiljan, wileis, wili einen Optativ, kann ein Perfektum und daga einen Instrumental, gr. noüi einen Lokativ nennen. Das wird aber keiner tun, der, wie ich, meint, dass für die Klassifizierung der Formen einer Einzelsprache das Sprachgefühl derjenigen, die diese Sprache reden, an erster Stelle massgebend sein muss.

Aus dem hier Erörterten dürfte hervorgehen, dass Bernekers Behandlung der altpreussischen Modi dem wirklichen Tatbestand am besten gerecht wird. Berneker unterscheidet bekanntlich nur drei Modi des Verbum finitum: einen Indikativ, einen Imperativ und einen Optatrv. Beim Indikativ wird ausdrücklich hervorgehoben, dass apr. „senrinka „sammelt", lit. renka, wie bekannt, die Fortsetzung der idg. prasentisch fungierenden Injunktivformen" sind (S. 211); beim Imperativ wird auf den doppelten Ursprung der zu diesem Modus gehörigen Formen, aus Optativ- und Injunktivformen, hingewiesen, wahrend auch die Möglichkeit erwahnt wird, dass „einfach indikativische Formen mit untergelaufen sein" können'") (S. 225 f.); beim Optativ werden zwei genetisch verschiedene Klassen unterschieden: die Optative auf -sai, -sei, -se, -si und diejenigen auf -Ui. Es versteht sich, dass eine wissenschaftliche altpreussische Grammatik die Vorgeschichte der überlieferten Formen zu erforschen hat; bei der Klassifizierung des Materials aber muss sie von diesem Material, so wie es in den Texten vorliegt, und nicht so wie es viele Jahrhunderte früher aussah, ausgehen. Es ist Bernekers Verdienst, diese Methode konsequent durchgeführt zu haben.

Trautmanns Einteilung der preussischen Modi bedeutet derjenigen Bernekers»76) gegenüber einen Rückschritt, und das ist teilweise eine Folge davon, dass Trautmann sich zu eng Bezzenberger angeschlossen hat. Nun hatte

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