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Klassen einteilen darf. In diesen Fehler ist Trautmann leider verfallen. Sein Kapitel über den Indikativ behandelt Formen, die von indogermanischeni Standpunkte teilweise zum Indikativ, teilweise zum Injunktiv gehören; diese Formen werden deshalb zusammen behandelt, weil sieim Preussischen alle dieselbe indikativische Funktion haben. Dasselbe vollstandig richtige Prinzip liegt dem Kapitel über den Optativ zugrunde, wo zweierlei Formationen behandelt werden, die im Preussischen genau dieselbe Funktion haben, von indogermanischem Standpunkte aber zu verschiedenen Modis gehören. Im Abschnitt über den Imperativ wird Trautmann seinem Systeme untreu. Zwar enthalt dieser Abschnitt ausschliesslich solche Formen, die vom Standpunkte des Preussischen Imperative sind, aber ein Teil der preussischen Imperative wird weggelassen und im Kapitel über dem Injunktiv besprochen, — welchem Kapitel ein anderes oder, besser gesagt, absolut kein Klassifizierungsprinzip zugrunde liegt: es enthalt indogermanische Injunktiv- und Indikativformen, die im Altpreussischen imperativische (sub a) oder konjunktivische (sub 6) Bedeutung haben.

Es ware besser gewesen, wenn Trautmann die Bernekersche Einteilung der Modi unverandert herübergenommen hatte. Diese Einteilung hatte es ihm ebensogut wie jede andere gestattet, unter Benutzung der neueren Literatur die Vorgeschichte der einzelnen Formkategorien bis in die indogermanische Periode zu verfolgen. Eventuell hatte" er. ausserdem in einem besondern Kapitel die Vorgeschichte der preussischen Modi noch einmal in umgekehrter Richtung, m. a. W. mit Zugrundelegung des indogermanischen Modussystems, behandeln können. Eine solche doppelte Behandlung, einmal nach der induktiven, das zweite Mal nach der deduktiven Methode, würde dem Leser das entwicklungsgeschichtliche Bild klar vor Augén stellen; die Anwendung der beiden Methoden nicht nebeneinander, sondern durcheinander wirkt verwirrend.

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