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83) Für das altpreussische Sprachgefühl werden waikai usw. und stai usw. eine und dieselbe Endung gehabt haben. Ob die Ausgange von Haus aus identisch sind, ist nicht sicher auszumachen. S. im VII. Kap.

84) 65, 7 hat der Enchiridiontext: kai stai Swintai bousei | bhe niebwinütei „das sie [die Gemeinde] Heilig sey | vnd vnstrefflich". Der Nomin. Sing. Fem. niebwmütei ist entweder ein Fehler, oder (wie Solmsen 181 meint) eine Analogiebildung. Ersteres halte ich für wahrscheinlicher.

85) Die von Bezzenberger eingeklammerten Bemerkungen lasse ich weg.

86) Vgl. nasemmiey (II; 13, 4) „auff erden": na semmey (I; 7, 6). Im Ench. kommt dieser Dativ nicht vor.

87) Uhlenbeck hat Beitrage zur Gescbichte der deutschen Sprache und Literatur 21. 103 f. das pr. gewinna anders erklart und zwar als eine Entlehnung aus d. gewinnen.

88) Theoretisch ware die Annahme eines idg. Optativformans -ei- neben -oi- sehr gut möglich. Ein paar preussische Formen geben uns aber nicht die Freiheit, zu glauben, dass ein solches Formans wirklich existiert hat.

89) Ich erblicke im lit. ë die Fortsetzung sowohl von ai (idg. ai, oi) wie von ei. Das wird wohl die Ansicht der meisten Forscher sein. Endzelin hat Izvestija 12, 1, 40 ff., Lietuviu, tauta 2, 284 ff. nachzuweisen versucht, dass dem ë ausschliesslich ei zugrunde liege. • Ich halte seine Ausführungen nicht für be weisend (s. Bem. 78). Auch das altpreussische Material spricht gegen Endzelins Annahme: ains „ein", maiggun „Schlaf", waispattin „Frau" und die im Elb. Vok. vorkommenden Wörter snaygis „Schnee", aysmis „Spiess", slayx „Regenwurm", playnis „Stahl" machen auch für lit. vënas, mëgas, vëszpats, -pati, snëgas, êszmas, slëkas, plënas alten a/-Vokalismus im höchsten Grade wahrscheinlich.

90) Etwas vorsichtiger drückte B. sich BB. 23, 299 aus: „Die annahme, dass der übergang von ei, ai in ëerst nach

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