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2. Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?

Den Erlenkönig mit Kron' und Schweif? Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.

3. „Du liebes Kind, komm, geh mit mir! „Gar schone Spiele spiel ich mit dir; „Manch bunte Blumen sind an dem Strand, „Meine Mutter hat manch gülden Gewand."

4. Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht, Was Erlenkönig mir leise verspricht?

Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind; In dürren Blattern sauselt der Wind.

5. „Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn? „Meine Töchter sollen dich warten schön; „Meine Töchter führen den nachtlichen Reihn, „Und wiegen und tanzen und singen dich ein."

6. Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort Erlkönigs Töchter am düstern Ort?

Mein Sohn, mein Sohn, ich seh 'es genau: Es scheinen die alten Weiden so grau.

7. „Ich liebe dich, mich reizt deine schone Gestalt; „Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt." Mein Vater, mejn Vater, jetzt faszt er mich an! Erlkönig hat mir ein Leids gethan!

8. Dem Vater grauset's, er reitet geschwind, Er halt in Armen das achzende Kind, Erreicht den Hof mit Mühe und Not;

In seinen Armen das Kind war tot.

GOETHE.

12. Der Fischer.

1. Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,

Ein Fischer sasz daran, Sah nach dem Angel ruhevoll,

Kühl bis ans Herz hinan. Und wie er sitzt und wie er lauscht,

Teilt sich die Flut empor: Aus dem bewegten Wasser rauscht

Ein feuchtes Weib hervor.

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