Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

Veritatis enim splendore ecclesia gaudet eoque tantum auspice historia fit vitae magistra.

Leo XIII in Ansprache an die Vorsteher der röm. hist. Institute (4. Mai 1902).

Sant etiam, aai, soa in fide constant es, critices disciplinae quasi demolienti succensent, quae

uiaem ipsa per se culpa vacat legitimeque adhiita conducit ad investitrandum feïirissimp.

Pius X in Litt. encycl. „Iucunda sane" (Acta S. Sedis 36 [1903—4] 521).

Vorwort.

Der vorliegende Grundrifi ist in erster Linie als Grundlage für die Vorlesungen der Historischen Kritik bestimmt, deren Hauptaufgabe in der eigenttichen QaeUenkritik oder in der methodischen Anleitung besteht, die durch die Überlieferung berichteten geschichtlichen Vorgange und Erscheinungen auf ihre Tats&chlichkeit zu prüfen und das positiv gewertete Material für die weitere geschichtliche Forschung bereitzustellen. Die systematische Behandlung der Quellenkritik greift aber über die eigentliche Kritik hinaus: sie hat zur notwendigen Voraussetzung die wissenschaftliche Untersuchung über die Natur und die Hilfsmittel der Quellenkande und zur naturgeiMBen Erganzung die Lehre von der Synthese der berichteten Tatsachen. Die Quellenkunde bietet namlich dem Kritiker die Anweisungen, wie das gesamte einer Einzelforschung dienendeXJuellenmaterial zu beschaffen ist, und die Lehre von der Synthese ermöglicht erst das volle Verstindnis des geschichtlichen Geschehens, indem sie die Wege zeigt, um zur Erkenntnis der den geschichtlichen Tatsachen und Erscheinungen zugrundeliegenden Faktoren und Beziehungen zu gelangen. Der Grundrifi muBte deshalb auch zu diesen beiden Teilen historischer Methodik Stellung nehmen. Er tat dies inbezug auf die Quellenkunde in ausführlicherer Weise, inbezug auf die Synthese in knapper Übersicht, weil eine eingehendere Behandlung derselben streng genommen zur Metaphysik der Geschichte gehort Wegen der besagten Beziehung zu den Gesamtfragen der historischen Methodik wurde dem Lehrbuch der Titel Grundrifi der historischen Methodik gegeben.

Sollte der Grundrifi dazu beitragen, kritischen Sinn für das historische Sein und Geschenen zu wecken bzw zu fördern, so würde er dadurch nicht nur der historischen, sondern auch der ewigen Wahrheit dienen: denn nirgends offenbart sich Gott in der unserer natürlichen Erkenntnis zuganglichen Schöpfung auf so sinnfailige und überzeugende Weise als in der Menschheitsgeschichte.

Valkenburg, den 8. Sept 1919.

A. F.

Sluiten