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2. Die Oeschichte als Wissenschaft.

9. Lit.: Bernheim 161 ff; ARhomberg, Die Erhebung derOesch. zum Rang einer Wissenschaft 1883; EMöiler, Ist die Gesch. eine Wissenschaft? im Hist. Jb 23 (1902) 7—21; WWindelband, Qesch. u. Naturwiss. 1894, auch in Prdludien 24 (1911); HRickert, Rulturwissenschaft u. Naturwiss.2 1910; Ders. Die Grenzen der naturwiss. Begriffsbildung2 1913; HMaier, Das gesch. Erkennen 1914.

10. Die Wissenschaftslehre wurde bis in die jüngere Zeit von dem aristotelischen Wissenschaftsbegriff beeinfluBt. Aristoteles batte der Wissenschaft die Aufgabe gestellt, das Allgemeine zu suchen und er hatte das allgemein Begriffliche mit dem wissenschaftlichen Wissen überhaupt identifiziert Der Geschichte, die sich mit dem Individuellen beschaftigt, hatte er keinen wissenschaftlichen Charakter zuerkannt, sondern sie sogar unter die Poesie gestellt. Die groBen Historiker der Neuzeit betrachteten die Geschichte stets als Wissenschaft und, wenn sie auch keine erkenntnistheoretische Grundlage ausgebaut batten, so stützten sie sich doch auf gewisse leicht erkannte oder auch überlieferte methodologische Grundsatze. Als man sich der erkenntnistheoretischen Probleme bewuBt wurde, suchte auch die Philosophie der geschichtlichen Behandlung des Individuellen ein wissenschaftliches Recht einzuraumen.

11. Unter den modernen Versuchen, die Wissenschaftlichkeit der Oeschichte zu begründen, haben besonders die Versuche von Windelband, Rickert, Maier groBen EinfluB ausgeübt. Windelband teilt die Wissenschaften in nomothetische und idiographische oder Gesetzeswissenschaften und Ereigniswissenschaften ein. Die ersteren suchen Gesetze auf, die letzteren hingegen behandeln Einzelvorgange und suchen Gestalten darzustellen. Das Einteilungsprinzip ist der formale Charakter der Erkenntnisziele: in dem einen Falie das generelle, apodictische UrteiL im andern Falie der singulare, assertortsche Satz. Die beiden Wissenschaftsarten tallen zusammen mit der Einteilung von Natur- und Geisteswissenschaften.

Nach Rickert liegt der Einteilungsgrund für die Wissenschaften in der Methode. Die Erkenntnis des Historischen d. h. des Individuellen geschieht durch die historische Begriffsbildung, die der generalisierenden der Naturwissenschaften gegenübergestellt wird. In dieser Begriffsbildung besteht das Wesen der Oeschichte als Wissenschaft Allgemein gültig werden die historischen Begriffe erst durch die Wertbeziehung; denn zum Wesen des eigentlich Historischen gehort, daB es zu den KuUurwerten in Beziehung steht. Konsequent kommt R. zur Annahme, daB nur Kulturgeschichte eigentliche Oeschichte ist, und darum gelten einige positive Wissenschaften R. nur als vorwissenschaftliche Materialsatnmlungen. Den Rulturwissenschaften stellt /?. die Naturwissensi haften gegenüber, die in ihren Objekten ein von aller Wertbeziehung freies Sein und Qeschehen erblicken und die nur deren Gesetze herzuleiten suchen.

Maier scheidet die Wissenschaften nach dem Oegenstand in Begriffswissenschaften (allgemeine W.) und Individualwissenschaften (anschauliche W.) und beide Grappen wieder nach dem Zweck des Auffassens oder Begreifens in beschreibende und erklarende. Die Geschichte ist z. B. eine erklarende, die Astronomie eine beschreibende Individualwissenschaft, jede Oesetzeswissenschaft ist eine erklarende, die Botanik eine beschreibende Begriffswissenschaft usw.

12. In wiefern ist nun die Geschichte eine Wissenschaft? Wir können die Wissenschaft in dreifacher Weise definiëren:

1. als die systematische Einheit prinzipiell zusammengehöriger Erkenntnisse, erworben auf Grund bestimmter Regeln.

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