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3. die Synthese der Tatsachen, welche der historischen Auffassung dient und darum die Regeln aufstellt für die ErschlieBung des wahren Sinnes des Quelleninhaltes, für die Anordnung der beglaubigten Vorgange, für die Erkenntnis des innern Zusammenhanges und für die historischen Darstellung.

Probleme der spekulativen Logik kommen in der hist Methodik nur insofern zur Sprache, als sie zum Verstandnis unumganglich nötig sind.

§ 2. Das Ziel der historischen Methodik: die hist GewiBheit.

24. Lit.: Bernheim 189—206; TPesch-CFrick SJ, InstiL logic. etontoL 1 J(1914) n. 713 sq; ADyroff, Qeschichtslogik I im Hist. Jb 36 (1915) 729 ff.

1. Begriff der historischen GewiBheit.

Das Ziel der historischen Methodik ist die historische OewiBheit Unter dieser verstenen wir im allgemeinen die sichere Erkenntnis der hit storischen Tatsachen und im besondern die sichere Erkenntnis der Tatsüchlichkeit dieser Tatsachen, namentlich der auBeren sinnlich wahrnehmbaren. Im'Folgenden wird zumeist die Rede von der historischen. GewiBheit im engern Sinne sein.

25. Das Erkenntnismittel der historischen Tatsachen ist für die meisten Menschen auBer der eigenen Beobachtung der formale Autoritatsglaube, durch den sie die Tatsachen auf das Zeugnis anderer hin annehmen. Die GewiBheit nun, welche der Autoritatsglaube vermittelt ist an und für sich nur eine moralische. Er stützt sich namlich auf die Autoritat des Zeugen, d. h. das Wissen und die Wahrhaftigkeit desselben, und zwar auf Grund der zwei nachstehenden moralischen Gesetze, die der wissenschaftlich begründete Autoritatsglaube klar und reflex, der vulg&re, dem jeweiligen Auffassungsvermögen angepaBte Autoritatsglaube nur konfus erkennt: 1) jeder vernünftige Mensen benützt die sinnlichen und geistigen Erkenntnisfahigkeiten gemaB dem von der Natur bestimmten Zweck, d. h. um eine sichere Erkenntnis der dem klaren BewuBtsein vorgeführten Erkenntnisobjekte zu erlangen; 2) jeder Mensch, der im habituellen Besitz der Tugend der Wahrhaftigkeit ist, wird unter gewöhnlichen Umstanden nicht gegen diese Tugend verstoBen. Auch die historische Methodik anerkennt dieBerecht i g u n g des formalen Autoritatsglaubens, ja seine Notwendigkeit für das Einzelleben wie für das gesellschaftliche Leben.

26. Da namlich der Mensch in Raum und Zeit, in seinen gesamten seelischen Anlagen und Fahigkeiten beschrankt ist, auf der andern Seite sich ein gewisses MaB von Wissen sichern muB, das ihm zur Erfüllung seiner eigenen Bestimmung und zur Anteilnahme am gesellschaftlichen Leben notwendig ist oder beides fördert, so greift er vielfach zum Autoritatsglauben, der ihm dieses Wissen leicht vermittelt. Und so sehen wir denn auch, wie im praktischen Leben nicht nur das Kind und der Ungebildete gar haufig auf den Autoritatsglauben den Eltern und Vorgesetzten bzw gebildeten Mitmenschen gegenüber angewiesen sind, sondern wie auch Oebildete und selbst Oelehrte

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