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viele Wahrheiten, dogmatische wie historische, die auBer ihrem Erfahrungsoder Forschungsgebiete liegen oder deren innern Wahrheitsgehalt sie wegen Mangel an Zeit oder einschlagigem Wissen unmöglich selbst prüfen können, auf das Zeugnis von anderen Autoritaten hin annehmen. Ja, wir dfirfen sagen, der gröBte Teil der Menschheit erwirbt sein Wissen, betreffe es nun historische Tatsachen oder die sonstige geistige, sittliche, soziale, politische Ideenwelt, durch den Autoritatsglauben. Mit Recht sagt darum der hl. Augustinus: Multa possant adferi, quibus ostendatur nihil omnino humanae societatis incolume remanere, si nihil enden statuerimus, quod non possumus tenere perceptum (De utilit. credendi 12, CSEL 25,1, 34).

27. Oleichwohl geht die historische Methodik, da sie ais wissenschaftliche Methodik den höchst erreichbaren Grad der historischen GewiBheit anzustreben hat, darauf aus, die Sicherheit der durch den Autoritatsglauben gebotenen Erkenntnis von der Tatsachlichkeit der historischen Objekte durch andere SuBere oder innere Beweismittel zu betatigen und zu bekraftigen, jazu erhöhen. Und dies aus folgenden Grimden:

1) Die Art des reinen Autoritatsglaubens, die uns wirkliche moralische GewiBheit auf Grund der wissenschaftlich erkannten Autoritat bietet, ist im gewöhnlichen Leben n i c h t so h a u f i g, da die Anforderungen, die an eine wahre Autoritat zu stellen sind, sehr hoch sind und das DurchschnittsmaB des Wissens und der Wahrhaftigkeit der Zeugen übersteigen.

2) Das alleinige Motiv für die Zustimmung des Verstandes zum Zeugnisinhalt ist beim formaten Autoritatsglauben die Autoritat des Zeugen (Formalobjekt), nicht aber die Einsicht in die innere Wahrheit des Zeugnisinhaltes. Die Zustimmung stützt sich so allendings auf die innere Evidenz der erkannten Autoritat und die innere Evidenz des erkannten iuBern Zusammenhanges zwischen Zeugnis und der Wahrheit des Zeugnisinhaltes. Doch ist es das Streben aller wissenschaftlichen Erkenntnis, nach Möglichkeit zur innern Evidenz des Erkenntnisobjektes selbst vorzudringen.

28. Die Erkenntnismittel, deren sich die historische Methodik und sehr haufig auch die Menschen im gewöhnlichen praktischen Leben bedienen, um zur historischen GewiBheit zu gelangen, sind also gemischter Natur, und deshalb kann der ProzeB, der zu dieser GewiBheit hinleitet, für gewöhntich nur in analogem Sinne Olaube {kritischer Olaube im Gegensatz zum Autoritatsglauben) genannt werden. Die Prinzipien, auf welcher jener ProzeB bei seinen SchluBfolgerungen sich stützt, sind teils moralische, teils metaphysische. Zu den moralischen gehören besonders diese beiden; 1) jeder Mensch strebt im Einzelfalle nach der Erkenntnis der Wahrheit, wenn ihm diese Vorteil bringt; 2) niemand lügt, wenn die Lüge für ihn nicht vorteilhaft ist Von den metaphysischen Prinzipien werden namentlich das Prinzip des Widerspruches und das vom zureichenden Grunde angewandt z. B.: Diese historische Tatsache wird von mehreren Zeugen berichtet Nun kann aber diese Obereinstimmung nur in der Wahrheit der Tatsache selbst ihren Grund haben. Also ist die Tatsache wahr.

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