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29. Die historische GewiBheit, welche die Methodik uns bieten wiil, kann also nach Art der Motive, auf Grund deren der Verstand das Geschehensein einer Tatsache mit fester Zustimmung annimmt, eine verschiedene sein, je nachdem namlich das Nichtgeschehensein mit jenen Motiven moralisch, physisch oder metaphysisch unvereinbar ist: wir unterscheiden demnach eine moralische, physische, metaphysische historische Gewifiheit Neben der moralischen GewiBheit im strengen Sinne gibt es auch eine moralische GewiBheit im weitern Sinne: sie ist dann vorhanden, wenn der Verstand die Tatsachlichkeit einer historischen Tatsache auf Grund von Motiven annimmt, die schwerwiegend genug sind, um dem Verstand eine entgegenstehende Furcht vor dem Irrtum fast ganzlich zu benehmen. Sie ist also nur eine Art von hoher Wahrscheinlichkeit.

30. Wie andere Wissenschaften, so schliefit auch die Geschichte bei ihrer Forschung und Synthese die Wahrscheinlichkeit und Möglichkeit nicht aus. Wahrscheinlich nennen wir die historische Tatsache, für deren Geschehensein positive schwerwiegende Berichte oder sonstige Gründe vorliegen, die für sich eine Sicherheit nicht ergeben oder denen andere positive Berichte oder Gründe entgegenstehen. Möglich ist die historische Tatsache, deren Geschehensein durch positive Gründe oder Berichte zwar nicht bezeugt, aber auch nicht ausgeschlossen ist Die historische (aposterioristische) Möglichkeit setzt natürlich die innere (apriorische) voraus.

2. Die Möglichkeit der historischen GewiBheit

31. Diese Möglichkeit ergibt sich aus der objektiven Wahrheit und der erkennbaren Natur der historischen Tatsachen sowie aus der Anlage des menschlichen Geistes, der in sich die Fahigkeit hat solche Tatsachen durch Wahrnehmung oder durch fremdes Zeugnis oder durch SchluBfolgerungen entsprechend dem objektiven Oeschehen zu erkennen. Wir unterscheiden deshalb eine objektive und eine s u b j e k t i v e Möglichkeit sicherer historischer Erkenntnis.

1. Die subjektive Möglichkeit historischer OewiBheit

32. Diese subjektive Möglichkeit wird aus folgenden Gründen erwiesen. Die menschliche Vernunft tragt in sich die Fahigkeit die Wahrheit zu erkennen; wenn also die Vernunft sich gemaB ihrer Natur inbezug auf ein ihr konvenientes historisches Objekt betatigt, so muB sie dieses Objekt mit Sicherheit erkennen. Sodann würde die lllusion des Menschen, der da glaubt die historische Wahrheit erkennen zu können, und doch dazu nicht im stande ware, auf den Schöpfer selbst zurückzuführen sein. SchlieBlich wissen wir aus dem SelbstbewuBtsein, daB die inneren eigenen Erlebnisse der objektiven Wirklichkeit angehören und daB es unmöglich ist dieselben hinwegzuleugnen; nun sind aber die Objekte der geschichtlichen Erkenntnis menschliche Handlungen, die sich ebenfalls ihrem innersten Wesen nach innerhaib der Seele abspielen und durchaus analog den inneren eigenen Erlebnissen verlaufen.

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