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zu weitgehenden SchluB zogen, ganze Abschnitte der Überlieferung seien systematische Falschungen. So steilte z. B. JHardoiun SJ haup sachhch auf Orund seiner Münzkunde den Satz auf, zahlreiche Schriften des Altertums und des MA, u. a. die Schriften des Thukydides, Livms, Terenz, Ovid, Vergil z. T. ■ seien Falschungen des 13. oder 14. Jahrhunderts mit dem Zweck, anstelle des christlichen Olaubens den Qlauben an das Fatum zu setzen.

c) In neuerer Zeit trat bei manchen eine Skepsis im Qefolge der kritischen Forschung auf. Diese hatte die Mangel, die dem historischen Forschungsobjekt anhaften, wie die Unsicherheit, Lfickenhaftigkeit, Widerspruche der Überlieferung, Falschungen der Quellen subjektive Auffassung und Darstellune durch die Berichterstatter usw schonungslos aufgedeckt. Dadurch lieB sich nun eine Reihe von Historikern zu einer gewissen Skepsis gegenuber der Erkennbarkeit historischer Tatsachen verleiten, so CFdeVolney, tecon% d histoire (1799) WVischer, Uber die Grenzen des historischen Wissens in Preufiiscne Jbr 46 (1888), HBourdeau L'histoire et les" ■ historicus 1888, in gewisser Hinsicht auch Seignobos, Introduction.

37. Den genannten Gegnern der zweiten Klasse ist zu erwidem: Dit besagten Mangel beweisen wohl die Schwierigkeit der historischen Erkenntnis, nicht aber die Unmöglichkeit, eine historische GewiBheit zu erlangen. Es ist eben die Aufgabe der Methodik, auf die Mtttel und Wegehmzuweisen, die trotz aller Trübungen der Überlieferung zur Erkenntnis der historischen Wahrheit hlnführen. Was im besondern die Lfickenhaftigkeit der Tradihon betnfft, so ist diese oft nichts anderes als eine gewisse Zusammenziehung des geschichtlichen Materials, die sich unbewuBt in der Uberl.eferung voJb:ogen hat. Zudem darf nicht übersehen werden, daB die Uberreste vielfach jene Luckenhaftigkeit ersetzen. Die subjektive Fehlerhaftigkeit einzelner Zeugen aber sucht die Methodik vor allem dadurch zu beheben, daB sie den Zeugniswert durch mannigfache auBere und innere Beweismittel zu verstarken sucht: durch d e Überefnstimmung verschiedener voneinander unabhangiger Zeugen, durch die Üblreinstimniuni der Berichte mit Überresten, durch SchluBfolgerungen aus den Überresten, durch den Zusammenhang der Tatsachen usw.

38. d) Eine andere Art von Skepsis erhob sich angesichts der Schwierigkeit der Kombination undSy.nthese und vor allem der Feststellung der Motive- vgl. z. B. ThKolde, Uber Grenzen des historischen Erkennens und der ObjektivMt des Geschichtschreibers (1891). Auch hier ist zu erwidern, daB die Methodik hinreichend Mittel an die Hand .ribt, um zu einer relat.v genugendèn Auffassung der Tatsachen auch bezfiglich des innern Zusammenhanges zu gelanggj.^ Autore„, welche die Ansicht verheten die Kritik könne nur die Tasachlichkeit der Quellen, nicht aber die Tatsachhchkeit der Ereignisse selbst festetellen, und fiber die Oegner der W u n d e rbenchte s. unten 2. Hauptteil, Einl. u. 2. Teil.

NB Ober die historische GewiBheit als freie GewiBheit s. Pesch-Frick, InstU. hg. et ontol. 1 2 n. 889 sqq; über die historische GewiBheit bei Erkenntnis der praeambula fidei beim übernaturhchen Glauben s. ChPesch, Paelèctiones dogmaticae 83 (1910) 281 sqq.

§ 3. Der Eigen charakter der historischen Methodik.

39. Lit.: Bernheim 164 ff. 185 ff; ChSigwart Logik 2* (1911) 626 ff; deSmedt 60—72. ADyroff (s- oben n- 17) 729 ff-

Die Eigenart der historischen Methodik wird durch die Eigenart der historischen Wissenschaft und diese wieder durch die Eigenart der historischen Erkenntnis bestimmt

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