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Der Philosoph ist namlich leicht versucht, an historische Beweise zu hohe Anforderungen zu stellen und in seinen Thesen vom menschlichen Zeugnis eine solche Menge von günstigen Umstanden und Be* dingungen vorauszusetzen, wie sie in Wirklichkeit seiten vorhanden sind. Auf diese Weise würde man aber an die Quellen mit Maximalforderungen herantreten, die nie und nimmer zu erfflllen sind und die zu einer Art historischer Skepsis führen könnten. Auf der andern Seite geht einem nur einseitig historisch gebildeten Forscher die logische Schulung und dialektische Fertigkeit ab, welche nur eine gediegene Durchbildung in spekulativer Philosophie ermöglicht

44. Sehr yorWDiaft steht die historische Methodik am Anfang der höheren Mudien, weil die fertige Anwendung derselben eine Kunst bedeutet. die nur tengsam erlernt wird, wie ja auch die Methodik selbst sich erst nach laneer Erfahrung zum S.chatz genauer Regeln verdichtet hat Es festigt sich zudem schon fruh die Uberzeugung, welche Freiheit von persönlichen und gesellschaftlichen Vorurteilen sowie von persönlichen Affekten und welch grofie WahrheUshebe nöhg ist, um an eine objektive historische Betrachtung heran%££?'a S.chheB,IC|!1 ™rd, man auch frühzeitig mit den wesentlicfien Elementen derjenigen Methode vertraut, die heute fast das ganze Oebiet der sogenannten Oeisteswissenschaften beherrscht.

45. 4. Die Grundzüge der historischen Methodik sind heute besonders für jeden gebildeten, apostolisch tatigen Priester notie und zwar:

a) bez. der Apologetik und Polemik. Die Gegner erheben im Namen der historischen Methode zahlreiche Einwürfe gegen den Glauben; im Namen derselben Methode müssen diese Einwürfe auch zuruckgewiesen werden. Solche Zurückweisung vermag aber nur der zu leisten, der die kritische Methode zu handhaben versteht

b) bez. der historischen Theologie. Mehr wie früher muB der Priester auch zu historischen Beweisen greifen. Diese kann er aber nur dann erfolgreich erbringen, wenn er die Hauptmittel der historischen Methodik erfafit hat und zu gebrauchen weiB.

46. 5. In neuerer Zeit bricht sich auch die Uberzeugung immer mehr Bahn von der emmenten Wfchtigkeit der historischen MethodikföTdas^Oerichts" verfahren Eine der wichtigsten Rechtshandlungen des Oerichtes ist die Erhebung des Beweises durch den Augenschein des Richters durch das

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SS ï-j? • ' d-Jh- e,lne ?rklarun? derselben über eine ihr ungünstige Tatsache h£*?& Hder A.Meh*«'- A"e diese Beweismittel erhalten Th^re methodische Behandlung in unserer Wissenschaft.

§ 5. Voraussetzungen kritisch historischen Arbeitens.

HOriJ^i" f^mIdr17~4J; Bternneim756ff; Langlois-Seignobos 43ff, 181 ff; HünsarSJ Ein Anhegen der kath. Qeschichtskritik in Compte rendu du V Congres sctent. internat, des Catholiques (1901) 133-142.

1. Als erste Eigenschaft benötigt der Kritiker groBe WahrheitsUebe. Diese ist ihm ebenso notwendig, wie dem Künstler die Begeisterung für das Schöne. Die Hauptaufgabe der historischen Methodik besteht ja in der Erkenntnis der historischen Wahrheit. Die

Feder, Hist. Methodik. 2

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