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Historiae oder Annales) Hebt die pragmatische Darstellung, zeichnet sich durch psychologische Charakterisierung und reiche Darstellungsgabe aus; andrerseits besitzt er groBe Schwichen: man vermiBt eigene Urkundenforschung, die methodische Prüfung des Stoffes, die kritische Auswahl; dazu überwiegt das rhetorische Interesse Tacitus (55—119, Agricola, Oermania, Historiae, Annales) ragt hervor durch hohe Auffassung und Wahrheitsliebe, er bevorzugt die pragmatische Darstellung, übt oft strenge Kritik — meisterhaft sind z. B. seine kritischen Ausffihrungen über den Untergang des Drusus (Annal. 4, 11) und den Tod des Germanicus (ebd. 2, 82. 3, 11 ff) — und ist hervorragend in der Charakterzeichnung und psychologischen Analyse Aber auch er ist beherrscht vom Parteigeist (Standesvorurteile, stoïsche virtus, Christentum unverstanden) und neigt zu entstellendem Pessimismus und rhetorischer Ausschmfickung.

56. Von groBem EinfluB auf die Ausbildung der philologischen Methodik im Altertum und in der Folgezeit waren vor allem die alexandrinischen yea/ifiauxol. Verschiedene Momente natten mitgewirkt, um Alexandrien zu einer Statte wissenschaftlicher Kritik zu gestalten: das kulturelle Aufblühen der Stadt, reiche Unterstützung durch die Ptolemaer, die Anlegung der Bibliotheken im Brucheion (400 000 Rollen) und im Serapeion sowie die Oründung des Museion, einer Art Akademie. Unter den Oelehrten Alexandriens, die besonders auf dem Qebiet des Edierens, des Kommentierens, der Lexikographie tatig waren, sind die bedeutendsten Zenodotos von Ephesos (c 280), Kallimachos von Kyrene (310—235), Eratosthenes von Kyrene (276—196), der namentlich für das Studium der Oeographie von Bedeutung war, Aristophanes von Byzanz (260—180), besonders als Lexikograph bekannt, Aristarchos von Samothrake (215—145), ein bedeutender Kommentator, Dionysios Thrax (c. 120 v. X.), der Vater der griechischen Orammatik, Didymos (geb. 63 v. X.), berühmt durch seine Homerstudien.

57. Unter den spateren jüdischen Historikern ragt Josephos Flavios (37—100) mit seinen Hauptwerken Jüdische Archéologie und Jüdischer Krieg hervor. Von groBem Wert sind die von ihm mitgeteilten Aktenstücke und selbsterlebten Ereignisse. Doch ist eine Prüfung seiner Angaben oft geboten, da er mit den Mitteln der damaligen Darstellungskunst arbeitet und die Partei der Kaiser vertritt

58. Der gröBte Historiker des christlichen Altertums ist Eusebios von Kaisareia (t c. 340), u. a. der Verfasser einer Chronik (bis 325) und einer Kirchengeschichte ('Iotogla èxxXrjoiaotixrj). Namenuïch letztere ist ein Quellenwerk ersten Ranges wegen der mitgeteilten Aktenstficke und der für das Altertum relativ zuverlassigen kritischen Darstellung.

2. Das Mittelalter.

59. 1. Das frflhe Mittelalter (375 — c. 500). Von den heidnischen Hauptvertretern der klassischen Bildung und der Geschichte sind zu erwahnen die Senatorenfamilien der Symmachi und der Nicomachi (4. Jahrh.) und Amntianas Marcellinus (c. 330—400) mit seiner Geschichte der Jahre 96—378 (erhalten nur 353—78), die wertvoll ist als Quellenwerk der eigenen Zeii

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