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Unter den christlichen lateinischen Historikern und Kritikern ragen besonders hervor Rafinus von Aquileja (t 410) mit der Übersetzung der Kirchengeschichte des Eusebios, der er zwei Bücher über die Zeit von 324—95 zufügte, Sulpidus Severus (t c 420), Verfasser einer Chronik (bis 400), die er nach guten Quellen und mit kritischen Sinn abfaBte und für die letzten Jahrzehnte sdbstandig bearbeitete, Orosius (Anfang des 5. Jahrh.) mit der Historia adversus paganos (bis 417), die besonders für die letzten 40 Jahre von kritischem Wert ist, Hieronymus (t 420), der hier Beachtung verdient wegen seiner Arbeiten auf dem Gebiet der biblischen Kritik und Hermeneutik, seiner tiefgehenden Sprachforschung, seiner zeitgenössischen Biographien — Vorbild für erstere Studiën war für Hieronymus der Alexandriner Origenes (t c. 255) gewesen —, der frühere Staatsmann Cassiodorus (t c. 578) mit seiner ausgesprochen enzyklopadischen Tatigkeit, hier besonders von Bedeutung als Verfasser eines Chronicon (bis 519) und der Oeschichte der Goten (spater bearbeitet von Jordanes).

60. Unter den christlichen griechischen Historikern ragen hervor Sokrates, Sozomenos, Theodoret von Kyros. Ihre Hauptbedeutung besteht in der Mitteilung von Urkunden, besonders Konzilsakten, und in der Darstellung der eigenen Zeitgeschichte.

Sokrates (t 440, von 305—439) nennt fast alle seine Quellen ausdrücklich, er verwertet auch die mündliche Tradition mit Oeschick und die Anwendung von Kritik der Quellen ist bei ihm nicht seiten. Sozomenos (t vor 450, von 324—425) benützte viel Sokrates, sah aber auch die Quellen selbst ein, verbesserte und erganzte oft seinen Vorganger. Namentlich benützte er das Synodikon des Sabinos von Heraklda für die dogmengeschichtlichen Ausführungen. In Fallen, wo die Quellen verschieden lauten, bietet er öfters die verschiedenen Versionen. Theodoret (f 458, von 323—420) ist weniger zuverlassig. Seine Hauptfehler sind die Ungenauigkeit in der Wiedergabe der Quellen, seine Neigung zur Obertreibung, seine Gleichgültigkeit gegen den innern Zusammenhang, die Vernachlassigung der Chronologie. Evagrios Seholastikos (geb. c. 536, von 431—594) ist besonders wichtig für die Dogmengeschichte; er ist im allgemeinen auch sorgfaltig und objekhv.

61. 2. Das 6.—12. Jahrh. Die Kritik litt sehr unter dem Rückgang der Kultur, dem Erblassen des wissenschaftlichen Interesses, der Vernachlassigung der Bibliotheken, dem Schwinden des Griechischen bei den Gebildeten des Westens. Gleichwohl gab es auch in jener Periode noch manche Zentren der Bildung, denen es an kritischer Befahigung nicht fehlte. Es waren vor allem die Klöster und namentlich die der irischen Mönche (Bobbio, St Gallen u. a.) in Irland, in England, auf dem Kontinent, welche Statten geistiger Kultur waren. In Deutschland beobachten wir zwei Höhepunkte kritischer Bildung, das Zeitalter Korts des Grofien und das spatere 11. und 12. Jahrhundert Kart zog zur Belebung der Studiën manche hervorragende Gelehrte an seinen Hof, so Alcuin von York (t 804), Paulus diaconus (t 799, Historia Longobardorum), Einhard (t 840, Vita Caroli). Haupttrager der neuen Studiën waren vor allem die Klöster Fulda, Hersteld, spater auch Freising, Reichenau, in Frankreich Tours, Chartres, Oriéans. Dieser Periode gehort ferner die Weltchronik Frechulfs von Lisieux (t c. 852) an, sowie verschiedene Reichsannalen.

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