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mannskunst zu vergieichen, weil sie wie diese die Materiën an das Licht zu fördern hat; Niebuhr hat sie in diesem Sinne die „Arbeit unter der Erde" genannt.

81. Die unmittelbare Anschauung, durch welche wir selbst Zeugen von historischen Tatsachen werden, kdjinèHa nur uneigentlich Quellen genannt werden, und dies aus zwei Gründen. Die unmittelbare Wahrnehmung ist das Mittel der Erkenntnis nur für Augen- oder Ohrenzeugen, also für Zeitgenossen und somit für verhaïtnismaBig sehr wenige Menschen; eine Quelle soll dies aber für alle sein. Sodann wird der Inhalt der unmittelbaren Anschauung erst durch die Mitteilung an andere in die Tradition, welche nach allgemeinem Sprachgebrauch den Bestand der eigentlich formellen Zeugnisse (s. unten n. 92) ausmacht, übergeleitet.

Auch die Literatur ist keine Quelle im eigentlichen Sinne. Unter ihr verstehen wir die geistigen Erzeugnisse, deren Zweck es ist, einen Gegenstand wissenschaftlich nach einem bestimmten Oesichtspunkte oder auch allseitig zu untersuchen: ihr direkter Zweck ist aber keinenfalls die Erkenntnis und der Nachweis geschichtlicher Tatsachen.

82. Der Umfang der Quellen für ein jeweiliges Forschungsobjekt la6t sich nicht von vorriherein bestimmen; es geschieht diese Bestimmung vielmehr durch die konkrete Fragestellung. Wir müssen namlich genau feststellen, welchem bestimmten Punkt der Geschichtsforschung wir unsere Aufmerksamkeit widmen wollen und im Laufe der Arbeit selbst, welche Quellen in Betracht kommen können.

Zweites Kapitel. Einteilung der Quellen.

83. Die Quellen können wir nach einer vierfachen Hauptrücksicht einteilen: nach dem Ursprung, nach der Stellung des Urhebers, nach der Beziehung zur Religion (Kirche), nach der Seinsverbindung zwischen Quelle und historischem Objekt

§ 1. Einteilung der Quellen nach dem Ursprung.

Der Urheber der Quelle kann Gott oder ein Mensch sein. Danach unterscheiden wir zwischen göttlichen und menschlichen Quellen. Die göttliche Quelle nennen wirgöüüche Offenbarung. Die menschlichen Quellen teilen wir wieder ein in die unmittelbaren und die mittel bar en, je nachdem die Urheber direkte Zeugen der historischen Tatsachen bzw Teilnehmer an dem Ereignis waren oder die Kunde davon erst mittelbar von direkten Zeugen erhalten haben. Die unmittelbare Quelle heiöt auch ursprüngliche im engern Sinne oder primare, die mittelbare auch abgeleitete oder sekundare. Den unmittelbaren Zeugen nennt man je nach der Art der Kenntnisnahme der historischen Tatsache einen Augenzeugen oder einen Ohrenzeugen..

Zu den primaren Quellen gehören z. B. die Berichte der direkten Zeugen einer Schlacht, manche Martyrerakten, Reichstagsbeschlüsse, Bullen der Papste, Erlasse von Regenten, Vertrage usw. Der Unterschied zwischen ursprünglichen und abgeleiteten Quellen wurde erst im 19. Jahrhundert in seiner Tragweite erkannt und praktisch zur vollen Anwendung gebracht

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