Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

1. die Überreste im engern Sinne oder die Überbleibsel, d. h. die Überreste rein physischer Natur oder die ohne Absicht auf Erinnerung und spatere historische Erkenntnis übriggebliebenen Teile menschlichen Lebens. Ihnen gehören z. B. an:

1) die körperlichen Überreste von Menschen, wie Knochen, Schadel, körperliche Reliquien.

2) die Überreste von Haustieren, Kulturpflanzen, Küchenabfalle (Kjökkenmöddinger an den danischen Küsten).

3) die physischen Spuren klimatischer oder geographischer Einflüsse auf das Menschenleben.

90. 2. die eigentlich historischen Überreste oder Überreste materieller Natur, die zugleich einen geistigen Wert darstellen. Dieser Klasse gehort der gröBere und wichtigere Teil der Überreste an, und zwar

1) die nichtbildlichen Erzeugnisse der Technik und des Handwerkes, wie Pfahlbauten, Orabstatten, Brücken, Werkzeuge.

2) die Produkte der Kfinste sowie die Akten und Urkunden des Gesch af tsverkehrs, insofern sie eben charakteristische Produkte ihrer Zeit und bestimmter Menschenklassen sind.

3) Die I n d i z i e n oder Anzeichen einer historischen Tatsache — im weitesten Sinn können alle Überreste als Indizien bezeichnet werden — und zwar zunachst m a t e r i e 11 e Sachen, besonders Werkzeuge und Spuren, aus denen wir auf eine gewisse Person oder Handlung oder Beschaftigungsart schlieBen können, wie etwa die Spuren eines unbekannten Wohltaters oder in den Ruinen eines antiken Hauses aufgefundene Schreibinstrumente und Buchreste. Sodann gehören zu diesen Anzeichen auch Indizien tatsachen oder sinnlich wahrnehmbare Tatsachen, die einen SchluB auf andere Tatsachen als ihre Ursachen, Wirkungen oder sonst mit ihnen verbundene Fakta zulassen, wie der Ausdruck der Freude oder der Trauer auf dem Antlitze eines Menschen, der Zusammenlauf einer Volksmenge, die Wunder (Mittel für die Erkenntnis göttlichen Eingreifens).

4) Hierhin zu rechnen sind auch die Indizien im engern Sinne oder die für das Rechtsverfahren so wichtigen gerichtlichen Indizien, und zwar wieder sowohl die materiellen Indizien, wie physische Gegenstande, die durch ihre auBeren Umstande (zerrissene Kleidung), besonders durch ihren Auffindungsort (gestohlene Sachen) auf eine bestimmte Tatsache oder Person hinweisen, als auch die Indizientatsachen, welche auf eine andere Tatsache schlieBen lassen, wie die Gegenwart einer Person am Tatort, die Ergreifung der Flucht, die Verbreitung falscher Gerüchte.

91. 3. Geisteserzeugnisse der Vergangenheit nicht materielier Natur, insoforn sie als charakteristische Produkte einer bestimmten Vergangenheit betrachtet werden; diese nennen wir Überlebnisse. Erhalten sind uns solche Überlebnisse durch die mündliche, bildliche oder schriftliche Überlieferung. Zu dieser Klasse rechnen wir unter der besagten Einschrankung:

1) die sprachlichen Überreste.

2) die religiösen, sittlichen, geistigen Anschauungen.

3) Zustande, Gebrauche, Einrichtungen.

4) die Produkte der Wissenschaften.

Aus all diesen Überreste erschlieBen wir die historischen Tatsachen hauptsachlich mittels der oben n. 49 ff genannten Hilfswissenschaften durch Deduktion (Interpretation).

Sluiten