Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

Diese Art von Geschichtschreibung war schon bei den Assyrem in Gebrauch und wurde besonders von Griechen und Römern gepflegt. Mit dem Untergang der klassischen Literatur sank die Annalistik zu Randnotizen in Personallisten oder Kalendarien oder zu jenen tabellenartigen Aufzeichnungen herab, in denen kurz die biblischen mit den profanen Ereignissen chronologisch geordnet wurden. MaBgebend für die ganze mittelalterliche Annalistik und mit ihrem EinfluB noch in die Neuzeit hineinreichend war die Chronik des Eusebios von Kflisareia (bis zum J. 325 nach X.) in der lateinischen Bearbeiding, die der hl. Hieronymus besorgte und die von seiner Hand Erganzungen bis zum J. 378 enthielt. In unserer Zeit lebt die Annalistik besonders in den Geschichtstabellen und Jahrbüchern fort.

96. e. die ei gen tl ich geschichtlichen Darstellungen, sogenannte Gëschichtswerke aller Art, die in Zeiten höher entwickelten geschichtlichen Denkens entstanden und welche die chronologische Reihenfolge meist sachlichen Gesichtspunkten unterordnen.

C. Biographien oder Lebensbeschreibungen.

Nach manchen, wie EdMeyer, soll die Biographie nicht zur eigentlichen Geschichte gehören, weil ihr Objekt eine Persönlichkeit in ihrer Totalitat, nicht aber als historisch wirksamer Faktor ist und weil sie als Lebensbeschreibung keine allseitige und erschöpfende Darstellung eines historischen Vorganges sein kann (Zur Theorie und Methodik der Oeschichte 56 = KI. Sehr. [1910] 66). Die Biographie darf indes als eine eigentlich geschichtliche Darstellung und sómit als eigentiich geschichtliche Quelle deshalb betrachtet werden, weil eben ihr Gegenstand nur historisch irgendwie bedeutsame Personen mit ihren Handlungen sind, diese Handlungen aber selbst dadurch historisch bedeutsam werden, daB sie zum einheitnehen Ganzen der Wirksamkeit der betreffenden Personen gehören und dieses Ganze ohne jene nicht verstanden werden kann; das Oleiche gilt von dem Charakter solcher Personen.

Die Biographie entwickelte sich aus gröBeren Orabinschriften, Leichenreden, Charakterschilderungen in Geschichtswerken allmahlich zu einer selbstandigen literarischen Gattung. Sie erhielt eine relativ hohe Ausbildung bei Griechen und Römern. Das Mittelalter pflegte namentlich die Heiligenbiographie. Seit dem Humanismus wandte sich auch das wissenschaftliche Interesse der Biographie zu.

97. Verwandt mit der Biographie ist die A u t o b i o g r a p h i e oder die Beschreibung des eigenen Lebens, die schon im klassischen Altertum bekannt war und seit der Renaisance einen neuen Aufschwung nahm. In gewisser Hinsicht stehen der Autobiographie die Memoiren oder Erinnerungen nahe, insofern diese namlich die Ereignisse vom persönlichen Anteil des Verfassers aus zur Darstellung bringen. Die Zeit der Renaissance, Frankreich im 18. Jahrhundert, die Gegenwart sind vor allem reich an Erzeugnissen dieser Quellengattung.

98. b. Überlieferung mit dem Zweck des Geschaftsverkehrs (Akten). Die Akten können wieder nach einem doppeltem Gesichtspunkt eingeteilt werden, namlich

a) nach dem Gesichtspunkt der Zukunftsbestimmung:

a. in solche, welche ohne Zukunftsbestimmung abgefaBt werden;

sie werden auch Urkunden im weitesten Sinne genannt, wie viele ge-

schaftliche Akten und gewisse Briefarten.

/?. in solche, welche eine Zukunftsbestimmung in sich tragen

und durch bestimmt geregelte Formen zur Beglaubigung geeignet sind;

Sluiten