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b. der Nebenzweck der Beeinflussung des Willens durch einseitige sittliche Belehrung, wie bei stark subjektiv ausgepragten Geschichtsdarstellungen.

c. der Nebenzweck des asthetischen Wohlgefaltens, wie beim historischen Lied, einer poëtisch en historischen Erzahlung, einer in die Form einer Novelle gekleideten Heiligenbiographie usw.

2. Einteilung der redenden Quellen nach der auBern Form der Darstellung.

101. Nach der auBern Form der Darstellung teilt man die Quellen in die mündliche, bildl ich-figürliche, schriftliche Überlieferung ein oder in die Arten der Überlieferung, die auf Wiedergabe durch das Wort, durch Bild und Figur, durch die Schrift beruhen. Lange Zeit, meist auch heute noch, pflegte man die historischen Zeugnisse als Qeschichtsquellen im engern Sinne zu bezeichnen. Manche Untersuchungen über die historischen Quellen beschranken sich unter Vernachlassigung der übrigen formellen Zeugnisse und der überreste nur auf sie und viele Geschichtsdarstellungen bis in die neueste Zeit beruhen nur auf ihnen.

102. i) Die mündliche überlieferung. Bei der mündlichen Überlieferung unterscheiden wir gleichfalls, wie bei den beiden anderen Arten. der Überlieferung, entsprechend den oben mitgeteilten Einteilungsprinzipien, unmittelbare und mittelbare Quellen, ferner solche mit dem Charakter einfacher historischer Mitteilung und solche mit asthetischem Nebenzweck. Unter den mündlichen Quellen letzterer Art ragt als Ilteste Form der in sich geschlossenen geschichtlichen Überlieferung überhaupt das historische Lied oder der liedartige Vortrag berühmter geschichtlicher Vorgange hervor.

Das Lied enthalt für gewöhnlich sagenhafté Zutaten, die aber mehr und mehr abgestreift werden, ie weiter die Völker auf der Bahn der Kultur voranschreiten. Das historische Lied blieb auch noch zu den Zeiten bestehen, wo es eine geregelte Geschichtschreibung gab. Die Blüte der Lieder fallt meist in die Periode der groBen Kampte um die Selbstandigkeit der Völker. wie z. B. in die Zeiten der Völkerwanderung des frühen MA. Das Lied tand als unbestrittene historische Tradition öfters auch Eingang in die schriftliche Überlieferung. So haben die ersten Oeschichtschreiber der Germanen, der Oote Jordanes, der Franke Gregor von Tours, der Longobarde Paulus diaconus in ihren lateinischen Zeitbüchern manches aus historischen Liedern übernommen.

103. Wegen des eigenartigen Charakters der mündlichen Überlieferung, der für die Fragen der Glaubwürdigkeit der Quellen von tiefgehender Bedeutung ist, empfiehlt es sich, die Quellen einzuteilen in solche über nahe Ereignisse und in solche über entfernte Ereignisse

a. Mündliche Überlieferung über nahe Ereignisse. Bei dieser Klasse von Zeugnissen ist der Urheber für uns bestimmbar oder nicht Deshalb teilen wir die mündliche Überlieferung über nahe Ereignisse wieder ein:

a) in Überlieferung mit bestimmbarem Urheber. Dieser

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