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Diese Klasse umfaBt manche hagiographische Marchen, Novellen, Romane. DeUhaye rechnet zu ihnen z. B. die Akten von Didymos und Theodora, des Schauspielers Genesius, des Theodotos von Ankyra, des Kyprianos von Antiocheia (Motiv verwendet in der Faustage) u. a. Es wurden selbst heidnische Motive für die christliche Dichtung benützt, so eine buddhistische für Barlaam und Josaphat, die griechische von Ödipus für einen Martyrer Albanus (Catalogus codd. hagiogr. lat. bibl. Bruxell. 2, 1889, 443 sqq).

d. Falschungen, die den Zweck absichtlicher Tauschung haben. Beispiele: die Translation des hl. Dionysius nach Regensburg, Legenden mit dem Zweck, den apostolichen Ursprung gewisser Kirchen zu bezeugen, das Leben des hl. Maurus von Odo von Olanfueil u. a.

Zweiter Abschnitt.

Die Lehre vom Auffinden der Quellen.

124. Die beste und zuverlassigste Kenntnis der für ein Arbeitsgebiet dienlichen Quellen erwirbt man sich durch langjahrige Leistung persönlicher wissenschaftlicher Arbeit. Übersichten über vorhandene Quellen können diese selbsterworbene Kenntnis nicht ersetzen, wohl freilich dabei behilflich sein, zur Kenntnis des Quellenmaterials leichter und schneller zu gelangen. Die systematische S a m m 1 u n g von Quellen begann erst seit der Renaissance. Erklarlicher Weise wurden die Quellen der schriftlichen Tradition bevorzugt, weil sie am zuganglichsten waren und den reichsten Stoff boten. Dann folgten die Urkunden und Münzen. Hingegen wurde die Sammlung der Quellen der übrigen Tradition und der Überreste lange vernachlassigt. Den wichtigsten Quellen der alten orientalischen Geschichte hat man sogar erst in jüngster Zeit ein systematisches Interesse zugewandi Die Schuld an dieser Vernachlassigung trugen vor allem der Mangel an Kenntnis der Wichtigkeit solcher systematischer Sammlungen, die Schwierigkeit des Sammelns bei groBer raumlicher Entfernung, die Schwierigkeit der Reproduktion.

125. Die Sammelarbeit der Neuzeit erfahrt eine reiche Förderung namentlich durch die Ausbreitung der allgemeinen Bildung, die Vervollkommnung der Buchdruckerkunst und der graphischen Künste überhaupt, die Erleichterung des Verkehrswesens, die Ausdehnung des Buchhandels und des Zeitungswesens. Es gibt jetzt bei allen Kulturvölkern groBe Zentren, in denen ein reiches Quelienmaterial, sei es in der ursprünglichen Gestalt, sei es in der Reproduktion angesammelt wird: es sind die Aufbewahrungsstatten der Quellen, die wir Bibliotheken, Archive, Museen nennen.

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