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oder Dicke unterschiedene Klassen umfassen, namlich in Antigua oder lateinischer Schrift, in Fraktur oder in deutscher (gotischer)_ Schrift, in Kursive oder einer schrag nach rechts überhangenden Schrift. Uber den Charakter dieser Schriften s. Philolog. Method. 40, 45. Kpmprefi nennen wir den Satz, wenn die Buchstaben oder Zeilen dicht aneihanderstehen, durchschossen, wenn sie durch Zwischenraume getrennt sind. Diese Trennung, das Sperren, geschieht durch die Durchsch&sse zwischen den Zeilen oder die Ausschluflstücke zwischen den Buchstaben.

130. Jeder gröBere Abschnitt beginnt gewöhnlich mit einer neuen ungeraden Seite; zudem laBt man meist am Kopf einen Raum frei, den Vorschlag. Anmerkungen stehen entweder am FuB der Zeile oder am Rande als Glossen bzw Marginaliën oder am SchluB des Werkes. Im ersten und driften Falie werden sie mit einem Buchstaben (a, b) oder einem Zifferexponenten 2) oder einem andern Zeichen (t, *) versehen und mit demselben Zeichen wird dann im Text auf die Anmerkung hingewiesen. Im driften Fall versieht man die Anmerkungen am einfachsten mit fortlaufenden Zahlen.

131. Das Buch tragt gewöhnlich nur einen Titel, am besten einen kurzen Titel, bei mehreren Banden einen Haupt- und Untertitel, die sich meist gegenüberstehen. Vor dem Haupttitel findet sich oft- auf einem besondern Blatt der abgekürzte Titel, der sog. Schmatztitel. Ober jeder Seite treffen wir bei vielen Werken die Kplumnenütel, d. h. kürzere Titel oder Inhaltsangaben.

In der Vorrede legt der Verfasser oft das Ziel, das er sich gesetzt, und die Grundsatze, die er befolgt hat, dar. AuBerdem enthalten viele Werke noch eine Einleitung oder Einfflhrung, welche meist in su'mmarischer Weise Oegenstande behandelt, deren Kenntnis. eine Voraussetzung für das zu behandelnde Thema ist.

132. 3) inkunabien oder wiegendrucke. Unter den Inkunablen verstehen wir die frühesten Erzeugnisse der Buchdruckerkunst bis 1500. Man schatzt ihre Zahl auf ungefahr 24 000. Die Bedeutung der Wiegendrucke ist eine doppelte. Kulturgeschichtlich sind sie Zeugen für die erste Entwicklung der Buchdruckerkunst Inhaltlich haben sie allein viele Werke der Theologie, der Philosophie, der klassischen und altchristlichen Literatur, vor allem aber auch der Volksliteratur, wie Erbauungs- und Unterhaitungsbücher, ferner Flugschriften und andere Schriften ephemeren Charakters uns überliefert.

133. Die Inkunablen erkennt man oft an der Art der Typen, wie sie in bestimmten Druckereien gebrauchlich waren, sodann an einigen anderen auBeren Merkmalen. Zu diesen gehören: die Titelblatter fehlen anfangs völlig und auch spater enthalten sie nur kurze Inhaltsangaben; es fehlen oft die Namen des Druckers und des Ortes, die Bezeichnung des Jahres; oft findet sich aber ein ausführliches Datum nebst jenen Namen in der SchluBschrift; es feh-. len vielfach Seitenzahlen und Signaturen; desgleichen fehlen manchmal die Kapitale am Anfang der Abschnitte oder auch ganze Teile, indem der Raum für die Ausfüllung durch Kalligraphen oder Rubrikatoren frei gelassen wurde und die Ausfüllung nachher unterblieb; die Einteilung in Kapitel und Abschnitte ist seiten; das Papier weist gewöhnlich eine auffallende Festigkeit und Starke auf.

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