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logische Sinn zugrunde zu legen isi — Beispiele ffir Hypothesen: Ein Forscher rekonstruiert im Oeiste den Tnhalt eines Werkes, von dem er wenige Überreste auf alten Pergamentblattern fand. — Eine Meeresströmung führte Columbus fremdartige Pflanzen und Tierleichen, kunstvoll geschnitzte Hölzer herbei; in seinem Oeiste entwarf er ein Bild des Landes, das er bald entdecken sollte. — In der Sprachwissenschaft huldigen viele der sogenannten Aggiutinationstheorie, die aus zwei Hypothesen besteht, namlich aus der Annahme einsilbiger Wurzeln und aus der Voraussetzung, dar) die Personalendungen des Verbs angehangte Pronomina sind. — Zusammengesetzte Hypothese: Das Schwanken der O e t r e i d e preise kann durch mannigfache Umstande bedingt werden. Welche im Einzelfall den bestimmenden EinfluB ausgefibt haben, lafit sich — wenn die Ursachen nicht klar zutage treten — oft nur durch verschiedene gleichzeitig aufgestellte Hypothesen erweisen, welche wieder auf zwei leitende Hypothesen zurückgefuhrt werden können. Das Schwanken wird namlich bedingt durch die Wertanderung des Zahlungsmittels, z. B. des Qoldes, oder durch die Wertanderung der Ware. Beide Momente selbst können aber wieder durch verschiedene Fakta bestimmt sein, deren Existenz an sich denselben Orad der Möglichkeit hat. Die Wertanderung des Ooides hangt z. B. ab von der Menge des vorhandenen Qoldes, von der Nachtrage nach Ooldmaterial, von dem Stand des Kreditverkehrs und der übrigen Wahrungsmittel. Die Wertveranderung des Oetreides aber hangt z. B. ab von der Produktion und ihren Mitteln, von Einfuhr und Ausfuhr, von Handelsvertragen, von Nachtrage, von der Volkszahl.

189. 6. GemaB ihrer Natur bieten Konjektur und Hypothese für gewöhnlich nur eine Wahrscheinlichkeit, eine geringere oder gröBere nach der Zahl und Beschafferiheit der erklarten Erscheinungen. Viele, vieileicht die meisten Hypothesen verschwinden darum wieder. Sie sind wie ein Werkzeug; ist es nicht mehr brauchbar, so wirft man es fort

Aus dem Wesen der Hypothese folgt ferner, daB sie nicht Forschungsergebnis, sondern Forschungsmi11e 1 ist. Sie ist nicht die strenge SchluBfolgerung eines Syllogismus, dessen eine Pramisse etwa das in Frage stenende Faktum ist Sie ist vielmehr das Erzeugnis eines intuitiven Oeistes, der die Wahrheit mit Zuhilfenahme der konstruktiven Phantasie erschaut, indem diese Zusammenhange aufbaut, die der Oeist mit den vorhandenen Forschungsmitteln nicht streng erschlieBen kann. Je gröBer deshalb die Intuitionsgabe eines Menschen ist, desto begabter wird er ffir das Aufstellen von guten Hypothesen sein.

190. 2. Der wert der historische Hyphothese. Der Wert ist vor allem ein heuristischer, und dies in doppelter Hinsicht Jede Hypothese gibt AnlaB zu einem syllogistischen Verfahren, das die Hypothese entweder bewahrheitet und so eine sichere Erkenntnis bietet, oder das sie widerlegt und neue bessere Hypothesen vorbereitet Und so ist die Hypothese in der Tat eines der wichtigsten Mittel des Forschrittes auf dem Gebiet der geschichtlichen Forschung, indem sie entweder zu einer sichern Erkenntnis führt oder der Forschung neue Wege weist

Ein sehr anschauliches Beispiel ffir eine geistreiche, aber falsche und doch ffir die Wissenschaft so fruchtbare Hypothese ist die Theorie, die JBdeRossi fiber die als collegia tenuiorum staatlich anerkannten christlichen Oememden der Verfolgungszeit aufstellte (La Roma sotterranea 1 [1864] 101— 108. 208—210). Uber ahnliche Hypothesen HSchü'emanns s. unten n. 247.

191. 3. Fehlerhafte Hypothesen. In den letzten Jahrzehnten hat in der Oe-

schichtschreihung eine Hypothesenmachem fiberwuchert, die zu den gröBten

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