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195. 3. Die historischen Gesetze teilen wir nach verschiedener Rücksicht ein:

1) nach der Beziehung zu den den Willen beeinfluBenden Faktoren: a. in historische Gesetze mit Beziehung zur auBern Natur, wie zum Raum (z. B. Oberflache der Erde, Kusten, Binnenland), zur Zeit (z. B. Jahreszeiten), zu Witterung und Klima, zur auBern vernunftlosen Lebewelt; diese Faktoren regeln nümlich vielfach in gleichmaBiger Weise des Menschen Lebensbedingungen:

b. in historische Gesetze mit Beziehung zur me'nschlichen Natur, und zwar a) zu den Faktoren des vegetativen Lebens (z. B. Ernahrung, Wachstum, Absterben); b) zu den Faktoren des sinnlich- ^ geistigen Lebens (Erkennen, Wollen, Begehte", Leidenschaften, viele Triebe, Sittengesetz).

c. in historische Gesetze mit Beziehung zum kulturellen (wirtschaftlichen, sozialen, geistigen, sittlich-religiösen, politischen) Leben; die Faktoren des letztern sind vielfach eine Kombination der in den zwei Nummern a und b genannten Faktoren.

196. Beispiele historischer Qesetze: 1) mit Beziehungzur auBern Natur: Die Jahreszeiten bedingen die Auswahl der Nahrung und Kleidung; die Bodengestalt bedingt die Art der Wohnung; Bewohner des Nordens besitzen gröBere Arbeitskraft, als die der Tropen; ein zentraler Staat ist einfluBreich, wenn er stark ist, aber sehr gefahrdet, wenn er schwach ist. — 2) mit Beziehung zur menschlichen Natur: Hunger oder Hitze schwachen die Widerstandskraft eines Heeres; die Qeistesanlagen wirken entscheidend auf die Berufswahl; alle Menschen streben nach wissen, besonders wenn es mühelos zu erreichen ist oder groBen Nutzen einbringt; eine schwierige Handlung wird nicht übernommen ohne Aussicht auf Erlangung eines entsprechenden Outes; ein streng gebietendes staattiches Oesetz (Schulzwang) erwetst sich als sehr wirksam. — 3) mit Beziehung zum kulturellen Leben: ÜberfluB an Produktion mindert den Lohnsatz; Ausbildung der Verkehrsmittel hebt den Oüterumlauf; Fortschritt der Wissenschaft fördert den Fortschritt der Sprache; ernste Pflege des sittlich-religiösen Lebens erhaït unter den Menschen und Vólkern die Eintracht; hierhin gehören auch manche RegelmaBigkeiten, die auf konventionellem Herkommen (Verkehrsformen) beruhen oder auf Oewohnheit und Mode oder auf irgendwie geschichtlich gewordenen Verhaltnissen, wie z. B. auf gewissen Oepflogenheiten in Geld- und Verkehrswirtschaft.

197. 2) nach der Einheit oder V i e 1 h e i t der sich betStigenden Subjekte: in Gesetze der Individuen und in solche der Massen. Die ersteren unterrichten uns über die regelmaBige Betatigungsweise der Massen, d. h. der durch ahnliche oder gleiche Tendenzen verbundenen Vielheiten von Individuen. Die Massengesetze sind vielfach empirische Qesetze; Weiteres über sie s. n. 200 ff.

3) nach dem Verhaltnis zurBewegung bzw Ruhe der historischen Objekte: in Ereignisgesetze (Frequenzgesetze), welche die Regelmafiigkeit des Eintritts gewisser Ereignisse ausdrücken (z. B. die Zahl der Verbrechen in einer Bevölkerung), die Entwicklungsgesetze, welche die Regelmafiigkeit der Entwicklung darstellen (z. B. das Wachsen der Stadte, die Unternchtsentfaltung), die Zustandsgesetze, welche die Regelmafiigkeit im Aufbau eines historischen Qefüges (z. B. Berufsverteilung in einem Lande) veranschaulichen.

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