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202. 1. Wir erschlieBen aus den statistischen Ergebnissen zunachst die innere Natur und Struktur der Massen, indem wir die Resultate nach raumlichen, zeitlichen, sachlichen Differenzierungen miteinander vergleichen und die Differenzierungen mannigfach kombinieren.

2. Zur Erkenntnis der Kausalbeziehungen gelangen wir namentlich durch die Anwendung der sogenannten Differenzmethode. Sie beruht darauf, daB man gewisse Schwankungen der Durchschnittszahlen verschiedener Massenreihen vergleicht und so durch Analyse einen etwaigen Zusammenhang aufdeckt. Man vergleicht beispielsweise die Reihe der Todesfalle in einer gröBern Zeitperiode und die entsprechende Reihe der Witterungsverhaltnisse und Epidemien oder die Reihe der Kornpreise in einem Jahr und die* entsprechende Reihe der öffentlichen Lustbarkeiten. In beiden Fallen wird man vieHeicht eine Ubereinstimmung im Steigen und Fallen der Durchschnittszahlen beider Reihen entdecken und so einen kausalen Zusammenhang feststellen.

3. Zur Bildung der statistischen Qesetze gelangt man 1) durch .die Erkenntnis der Konstanz der Tatsachen, 2) durch die Erkenntnis der Natur der Massen, 3) durch die Erkenntnis der Konstanz der kausalen Verhaltnisse zwischen verschiedenen Massenerscheinungen oder zwischen einer Massen erscheinung und einer individuellen Ursache, 4) durch Vergleichung gleichartiger Massen, welche dieselben konkreten Kausalitatsverhaltnisse aufweisen.

203. Bei der Anwendung der statistischen Methode verdienen noch folgende Grundsatze und Regeln besondere Beachtung:

1. Ein strenges SchluBverfahren lassen die statistischen Gesetze nur auf gleichartige Massen zu; denn notwendig ist nur die Regelmafiigkeit der Massen, nicht aber die einzeine Betatigung; jedes Individuum kann an sich eine Ausnahme bilden.

2. Die Notwendigkeit der Regelmafiigkeit ist an sich eine moralische und deshalb der Erkenntnisgrad derselben der einer moralischen Sicherheit oder einer Wahrscheinlichkeit

3. Je verwickelter die in Frage stehenden geschichtlichen Betatigungen und Entwicklungen sind, desto schwieriger wird die Regelmafiigkeit festzustellen sein.

4. Gegenüber den Individuen weisen die Gesetze eine innere Unbestimmtheit auf, da die Einzelgröfien, welche die Masse ausmachen, ffir die Statistik nicht erreichbar sind.

5. Die Gesetze gelten nur für bestimmte raumlich und zeitlich begrenzte Massen und tragen deshalb den Charakter einer historischen oder geographischen Abstufung an sich.

6. Das eigentliche Anwendungsgebiet ist das der Interpretation historischer Massen, besonders der Erklarung ihrer innern Natur und Entwicklung.

EINLEITUNO.

204. 1. Begriff und Aufgabe der Quellenkritik. 1. Wahrend die Heuristik uns die Wege und Mittel anweisen soll, um für ein gegebenes historisches Thema das Material im weitesten Ümfange herbeizuschaffen, stellt die Quellenkritik die Grundsatze und Regeln auf, um die historischen Quellen oder die Zeugnisse über historische Tatsachen im einzelnen nach ihrer Brauchbarkeit ffir die Forschung zu bewerten. Sie

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