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Erster Teil.

Kritik der Tatsachlichkeit der Quellen (auBere Kritik).

Erster Abschnitt. Kritik des Ursprunges der Quellen (höhere Kritik).

211. Die Kritik des Ursprunges der Quellen {höhere Kritik) umfaBt

1) die Echtheitskritik, und zwar zunachst die eigentliche Kritik der Echtheit bzw Unechtheit, sodann die Kritik der aufleren Umstande der Quellen oder die aufiere Bestimmung derselben nach Zeit, Ort, Urheber,

2) die Kritik der Ursprünglichkeit bzw Abhangigkeit der Quellen. Da die eigentliche Kritik der Echtheit ihre Beweisführung zum groBen Teil in negativer Weise, d. h. als Widerlegung von Einwfirfen oder Zweifeln führt, kann man sie im Gegensatz zur positiven Echtheitskritik, welche mit der vorhin genannten Kritik der aufieren Umstande identisch ist, auch a potiori als negative Echtheitskritik bezeichnen.

Erstes Kapitel. Kritik der Echtheit der Quellen.

212. Lit.: de Smedt, Introductie- gen. ad hist. eed. (1876) 10 sqq; JNirschl, Propadeutik der KQ (1888) 40 ff; Bernheim 330 — 391; Langlois-Seignobos 66 — 78; HBreBlau, Aufgaben der mittelalterl. QueUenforschung (Rektoratsrede 1904) 7 ff; ders.,Handbuch der Urkundenlehre 1 2 (1912 ff); ATobler in Oröbers Grundrifi der roman. PhiloL 12 (1904) 333 ff; ThBirt, Kritik u. Hermeneutik (1913) 213 ff; W Wattenbach, Deutschlands Geschichtsquellen im MA 22 (1894) 489 ff.

§1. Der beanspruchte oder beigelegte Ursprung (negative Echtheitskritik).

1. Die Echtheit einer Quelle besteht darin, daB sie den Ursprung hat, den sie zu haben vorgibt oder den man ihr beilegt, mit anderen Worten, wenn die Quelle denjenigen zum Urheber hat, unter dessen Namen sie überliefert ist oder dem man sie zuschreibt oder wenn sie als anonyme Quelle wenigstens derjenigen Zeit angehört, in welche sie allgemein versetzt wird. Die Echtheitskritik hat also zuerst zu erweisen, daB der beanspruchte oder beigelegte Ursprung der Tatsachlichkeit entspricht.

213. 2. Hat eine Quelle nicht den Ursprung, den sie zu haben vorgibt, so liegt eine Falschung (Verunechtung) vor. Die echten Quellen nennt man auch genuine, authentisc/ie Quellen (fontes genuini, authentici), die gefalschten hingegen auch unechte bzw unterschobene, apokryphe (falsificati, spurii bzw suppositicii, apocrypht); Quellen, deren Echtheit nicht sicher erwiesen ist, nennt man zweifelhafte (dubii).

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