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Bedeutung beider Arten von Quellen für die geschichtliche Forschung oft grofien Schaden angerichtet haben. Den AnlaB für die Verunechtung von. inschriften bildeten hauptsachlich der Sammettrieb und die Ehrsucht. Schon im Altertum führte das Verlangen, den Glanz der Heimatstadt durch eine berühmte inschriftlich belegbare Geschichte zu verherrlichen, zu vielen Falschungen. In der Neuzeit hatte einen nicht geringen Anteil an den Falschungen auch die Ruhmsucht gelehrter Forscher. Erst der Ausbau der Epigraphik als eigener Wissenschaft setzte den Falschungen durch die systematische Aufstellung der Regeln ffir die Unterscheidung falscher und echter Inschriften einen machtigen Wall entgegen. Besondere Verdienste um die Ausbildung der kritischen Regeln erwarben sich ScMqffei, GMarini, BBorghesi, die Herausgeber des CIO und des C1L u. a.

228. An Arten von gefalschten Inschriften können wir unterscheiden.-1) solche auf Papier; diese sind entweder ganz gefalscht oder aus echten Stficken kompiliert; 2) solche auf Stein oder Erz; diese stellen entweder alte echte oder alte fingierte Inschriften dar, die auf altes (echtes) oder neues Material fibertragen wurden, oder sie stellen fingierte Inschriften der Neuzeit dar (vgl WLarfeld, Griech.'Epigraphik* [1914] 188). Im weitern Sinne gehören zu den Falschungen auch die spateren Erneuerungen von Inschriften, die zugrunde gingen oder schadhaft wurden (Beispiele bei Böckh CIG I p. XXX sq).

229. Die meisten Falschungen von Münzen wurden aus Gewinnsucht angefertigt, so schon im Altertum und nicht nur durch Private, sondern auch durch Staatswesen, wie die römische Republik, und durch einzelne Kaiser wie Caligula und Claudius. In der Neuzeit, wo alte Münzen ein beliebter Gegenstand des Sammeleifers_ wurden, hat man namentlich zahlreiche antike Münzen nachgeahmt. Über die Arten der Mfinzfalschung s. Trienn. philolog. 6 2 (1885) 224 ff.

230. Beispiele: 1) Inschriften: Ersatz von Regentennamen in agyptischen Königsinschriften durch die Namen spater regierender Könige; viele griechische undlateinische Inschriften s. im CIO und im CIL. — 2) Münzen s. bei Eckhel und Head (oben n. 155).

231. 4. Auch die bildlich-figürliche Tradition enthalt unter ihren Quellen manche Falschungen. So finden wir Verunechtungen unter den historischen Bauwerken, Skulpturen, Gemalden, unter den Werken der ornamentalen und der graphischen Kunst wie Statistiken, Stadtplünen und dgl.

Beispiele s. in den Archaologien und bei Beifiel, (s. n. 217) wie die Figur des Ramses zu Paris (S. 42), eine Bronzefigur des Kaisers Augustus (S. 61), römische Portriits (S. 57 f), eine Tiara des Saitaphernes (S. 62 F), Elfenbeintafeln (S. 73 ff), Buchdeckel aus Siena mit Figuren und Wappen (S. 87).

232. 2. Regeln für den Erwels der Echtheit bzw Unechtheit. Die Kriterien,

welche für die Echtheit einer Quelle angeffihrt werden können, sind teils innere, teils au8ere, d. h. teils solche, die dem Inhalt oder der Form der Quellen selbst entnommen sind, teils solche, welche

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