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findet sich noch eine Durchstreichung oder Rasur, in Abschriften zeigt oft ein freier Raum die Auslassung an, wahrend vielleicht altere Handschriften die übergangene Stelle noch unversehrt aufweisen.

2) Anwendung sprachlicher und inhaltlicher Kriterien. Sowohl die sprachliche Form wie der inhaltliche Zusammenhang sind gestort, manchmal derart, daB sich die ausgelassene Stelle in groBen Umrissen wiederherstellen laBt

2. Die Echtheit und der Irrtum.

245. 1. Begriff und Ursachen des Irrtums. 1. Ein Irrtum bezüglich der Echtheit einer Quelle ist dann vorhanden, wenn wir eine Quelle glnzlich oder teilweise für etwas anderes halten, als sie in Wiridichkeit ist und zwar ohne ihr Zutun, d. h. ohne daB sie uns tauschen wilt. Ist letzteres der Fall, so nennen wir das subjektive Irren besser Tauschung.

2. Als Ursachen des Irrtums treten besonders foigende hervor:

1) Unkenntnis oder Nachlassigkeit. So wurde öfters einem historischen Werk aus irgendwelchen unberechtigten Grimden ein fremder Name vorgesetzt. In vielen Fallen verursachte die Ahnlichkeit der Namen oder des Inhaltes den Irrtum. In anderen Fallen waren Schriften verschiedener Autoren zusammengebunden; spater wurden dann die Schriften unter einem Namen veröffentlicht. Manchmal wurde auch eine rhetorische oder stilistische Übung für eine echte Quelle gehalten usw.

2) Leichtglaubigkeit, die ohne Besonnenheit und Kritik auf Scheingründe hin irrt, wie sie namentlich in früheren Zeiten vor Ausbildung der kritischen Methode haufig war.

3) Hyperkritik, d. h. eine Kritik, die unter dem Titel einer scharren Beobachtung doch nur einseitig nach vorgefaBten Meinungen oder nach einer bestimmten Richtung hin arbeitet und oft in eine Beschaftigung mit Kleinigkeiten ausartet, dabei aber die groBen tatsachlichen Zusammenhange übersieht.

4) Rechthaberei, besonders in Fallen, wo die Beweise nicht lückenlos geschlossen, die Indizien nicht in hinreichender Weise vorhanden sind, ein Zweifel also berechtigt ist, oder wo das Urteil ohne genügende Sachkenntnis gefallt wird.

246. 2. Der Irrtum und die verschiedenen Quellenarten. Wir heben hier einige

Quellenarten hervor, auf deren Gebiet der Irrtum besonders haufig vorkommt.

1. Bei Überresten irrte man haufig in der Bestimmung der Zeit des Ursprunges, wie das namentlich die Paiaontologie und die Anthropologie zeigen. Bei Produkten der Kunst, des Kunsthandwerks und der Literatur beging man den gleichen Irrtum oder man tauschte sich nur in der Person des Urhebers. Man hielt die bei alten Geschichtschreibern so oft vorkommenden Reden, die nur der Mode rhetorischer Darstellung ent^tgmmten, irrtümlich für historische Daten, desgleichen betrachtete man öfters auf dichterischer Erfindung beruhende Dramen, Romane oder andere poëtische Erzeugnisse als geschichtliche Quellen und dgl.

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